Rücktritt
Stimmen aus der Region zum Abgang von Verteidigungsminister zu Guttenberg

Verwunderung, Verständnis, Bedauern und Respekt - vielfältig waren gestern die Reaktionen von Parteifreunden Karl-Theodor zu Guttenbergs aus der Region auf den Rücktritt des Verteidigungsministers. «Ich war schon überrascht, als die Meldung kam», gestand der Kaufbeurer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke, zugleich Kaufbeurer CSU-Ortsvorsitzender, der angesichts des Rücktritts «Bedauern» und «Respekt» empfindet. Er habe Guttenberg am vergangenen Freitag noch persönlich getroffen und ihn bestärkt, «weiter zu kämpfen».

Offenbar habe das mediale «Trommelfeuer» Guttenberg dann doch zu seinem Schritt bewogen. In diesem Zusammenhang betont der Jurist Stracke aber auch, dass die schwerwiegenden Vorwürfe «ganz klar» und zurecht zu Diskussionen über den Minister geführt haben.

In dieser Situation habe sich sein Parteifreund dafür entschieden, «die Bundeswehr vor belastenden Diskussionen zu bewahren», so der Bundestagsabgeordnete, dessen Wahlkreis neben der Wertachstadt auch den Landkreis Ostallgäu, Teile des Unterallgäus und die Stadt Memmingen umfasst. Wie die Regierungskoalition nun weiter vorgeht und wer als Nachfolger Guttenbergs infrage kommt, «bleibt abzuwarten», so Stracke. Dies werde üblicherweise zunächst auf höchster Ebene diskutiert.

«Die Schnelligkeit des Rücktritts hat mich überrascht. Aber es war zu erwarten, dass es eine Entscheidung geben wird», so Angelika Schorer. Die CSU-Landtagsabgeordnete für das Ostallgäu könne und wolle im Hinblick auf Guttenbergs Doktorarbeit nicht beurteilen, «was da falsch gelaufen ist». In jedem Fall schätze sie den Menschen und Politiker Guttenberg sehr und hoffe, das er der weiterhin politisch tätig bleibt. «Der Schritt war richtig und nachvollziehbar», so Franz Pschierer, Finanzstaatssekretär und CSU-Abgeordneter für den Wahlkreis Kaufbeuren im Bayerischen Landtag. Im großen Druck, der auf dem Minister lastete, sieht Pschierer einen Grund für den Rücktritt.

Vor allem aber sei die öffentliche Diskussion um Guttenberg mit der momentanen «schwierigsten Phase in der Geschichte der Bundeswehr» mit den weit reichenden Reformplänen und den gefährlichen Auslandseinsätzen nicht mehr zu vereinbaren gewesen. Rückblickend meint Pschierer, dass Guttenberg «ein guter Wirtschaftsminister und ein guter Verteidigungsminister» war.

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse hat nach eigenem Bekunden mit dem schnellen Rücktritt des Verteidigungsministers gerechnet. Angesichts der Plagiatsvorwürfe und der heftigen öffentlichen Diskussion sei Guttenberg als Dienstherr von Tausenden von Soldaten in seinem Amt nicht mehr zu halten gewesen.

Fliegerhorst-Kommandeur Richard Drexl bedauert den Rücktritt Guttenbergs wegen des derzeit laufenden Umbaus der Streitkräfte. Ein Nachfolger müsse sich erst einarbeiten. Auf der anderen Seite: Wenn in seiner Luftwaffenschule ein Lehrgangsteilnehmer abschreibe, könne auch dieser mit teils erheblichen Konsequenzen rechnen. (maf)

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