Erolzheim
Stilmix kommt auch als Filmmusik an

Steil nach oben geht der Weg von Konstantin Gropper (26), Sänger und Songwriter aus Erolzheim: Er hat mit seiner Band Get Well Soon gerade eine sehr erfolgreiche Tour beendet und wird - nach seinem Abstecher in die Filmmusik - im Januar ein neues Album herausbringen.

Gropper, der Selfmademusiker, der sein erstes Album «Rest Now Weary Head» (Platz 25 in Deutschland) drei Jahre lang fast vollständig allein am Laptop komponierte und einspielte, staunt noch immer über die Rasanz des Erfolgs. Von der Popakademie in Mannheim, die ihn prompt als Ziehsohn in Beschlag nahm, hat er sich inzwischen scharf distanziert. Sein Experiment, Pop und Klassik, Rock und Kirchenmusik, Pathos und Ironie in Sinfonien zu mixen, hätte auch schief gehen können, den «Pessimisten aus Überzeugung», wie er sich selbst nennt, hätte es nicht gewundert. «Aber jetzt zu sagen, es läuft nicht gut, wäre fast undankbar», gibt er zu.

Die Tour hat die Band durch 100 Städte in fast ganz Europa geführt. «Zu viel», meint Gropper im Nachhinein, auch weil die siebenköpfige Band ab und an die Stammformation wechseln muss - davon leben können (noch) nicht alle. Backgroundsängerin und Violinetta Verena Gropper etwa, Konstantins 28-jährige Schwester, studiert Historische Interpretationspraxis und singt derzeit im Montafon ihre erste Oper. Die Sopranistin fehlte ab und an. Stets dabei waren dagegen die alten Vasallen: Groppers Cousin Sebastian Benkler aus Wolpertswende (Trompete) und Gitarrist Maximilian Schenkel. Der Biberacher, gleichzeitig Groppers Manager, will für 2010 eine Tour durch die USA ins Visier nehmen.

Mit Wim Wenders beim Italiener

Das überschwängliche Lob der Presse auf seine Songs bescherte ihm auch einen Ausflug in die Filmmusik: Starregisseur Wim Wenders rief an, fragte, ob man sich beim Stamm-Italiener in Berlin treffen könne - und orderte schließlich Songs für seinen Campino-Film «Palermo Shooting». Zwei seiner vier Stücke fanden tatsächlich Anklang. Für die Detlev-Buck-Filme «Contact High» und «Same Same but Different» sowie für das Dokudrama «Der entsorgte Vater» schrieb er weitere 15 Instrumentalsongs. «Ich wollte schon immer Filmmusik machen», freut sich der Stanley-Kubrick-Fan über diesen Erfolg.

Seelenruhe finden

Jetzt zieht Konstantin Gropper mit seiner Freundin von Berlin zurück nach Mannheim, um dort sein neues Album zu vollenden. «Vexations», was so viel wie Quälerei bedeutet, soll im Januar erscheinen. Thema sei, wie man es schafft, seine Seelenruhe zu finden, sagt Gropper.

Gropper gibt zu, dass seine Musik melancholisch ist, beharrt aber auf ihrem «positiven Effekt». Seinen Mix der Stile will er weiterführen, eine musikalische Revolution sei auf «Vexations» deshalb bestimmt nicht zu erwarten.

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