Baustelle
Stillstehende Baugrube in Kemptener Innenstadt geräumt

Sommerloch, Schwimmbecken, Dauerärgernis: Das sind nur einige der Namen, die die Kemptener dem Bauloch an der Ecke Mozartstraße/Bahnhofstraße in den vergangenen Monaten gegeben haben. Denn dort, wo eigentlich bereits in diesem Herbst ein Geschäftshaus mit 7500 Quadratmetern Nutzfläche stehen sollte, tut sich seit einiger Zeit nichts mehr.

Gestern nun änderte sich das schlagartig - allerdings ging es in der 18 Meter tiefen Grube nicht etwa voran. Vielmehr wurde die Baustelle geräumt, was am Nachmittag zu starken Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt führte. Die zahlreichen Schaulustigen diskutierten dabei vor allem zwei Fragen: Wann verschwindet das Loch? Und: Wird das Geschäftshaus überhaupt noch gebaut?

Dazu sagte Richard C. Ritter für die Grundstücksgemeinschaft Ritter & Kyburz gestern wörtlich: Man habe sich vornehmlich aus << bautechnischen Gründen >> entschieden, die Bautätigkeit erst dann wieder aufzunehmen, wenn Einzelhandel für das geplante Objekt zugelassen werde. Wie mehrfach berichtet, hat die Stadt für das Geschäftshaus Einzelhandel über einen Bebauungsplan ausgeschlossen.

Streitfall Einzelhandel

Eine Entscheidung, gegen die die Schweizer vor einem Jahr eine Normenkontrollklage am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof anstrengten. Verhandelt sei der Fall noch nicht, einen Termin gebe es ebenfalls nicht, hieß es gestern aus der dortigen Pressestelle.

Unterdessen hat die Stadt jetzt auf den monatelangen Stillstand reagiert: Man fordere die << vollständige Wiederherstellung der öffentlichen Flächen >> rings um die Baustelle, teilte Baureferentin Monika Beltinger mit.

Was ist gestern genau passiert? Die zuständige Firma Riebel aus Mindelheim entfernte ihre Kräne und ihr Baumaterial. Da somit << keine weitere Bautätigkeit >> abzusehen sei, so Baureferentin Beltinger, müssten sämtliche öffentliche Flächen wieder hergestellt werden. Gemeint sind damit die Gehwege an der Bahnhof- und Mozartstraße, auf die sich die Baustelle seit einem Jahr erstreckt, zudem müsse eine Ampelanlage wieder in Betrieb genommen werden.

Schon vor einigen Wochen hatte die Stadt angekündigt, keine neue Sondergenehmigung für die Nutzung dieser öffentlichen Flächen zu erteilen, sollte sich an der Baustelle weiter nichts tun. Bis Jahresende müssen die Gehwege wieder nutzbar sein.

Kann die Stadt das Verfüllen des Loches erzwingen? So einfach, sagt Baureferentin Beltinger, geht das nicht. Denn die Baugenehmigung aus dem Frühjahr 2010 gelte bis 2014 - auch wenn zwischenzeitlich überhaupt nicht gearbeitet werde. Allerdings ergebe sich ein Ansatzpunkt bei der Baustellensicherung. In das 18 Meter tiefe Loch seien Anker eingebaut, die bis Juni 2012 zugelassen sind. Bis dahin müsse der Bauherr ein Konzept zur Sicherung der Grube vorlegen - oder eben das Bauloch wieder verfüllen.

Wie geht es mit dem Projekt insgesamt weiter? Über die aktuellen Pläne der Bauherrn ließ sich gestern weiter nichts in Erfahrung bringen. Am heutigen Dienstag will der Anwalt der Schweizer eine weitere Stellungnahme zum Bauprojekt am Kemptener August-Fischer-Platz abgeben.

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