Stiefenhofen stimmt gegen Windkraft

Von Sabrina Müller
| Stiefenhofen/Westallgäu Neben vielen weiteren Westallgäuer Gemeinden hat sich jetzt auch der Gemeinderat Stiefenhofen mit acht zu vier Stimmen gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im Gemeindegebiet entschieden. Vorausgegangen war eine intensive Information zum und Diskussion über das Thema.

Für Bürgermeister Toni Wolf war es wichtig, dass sich das Gremium im Vorfeld «in einer langen und spannenden Diskussion sehr intensiv» mit dem Thema beschäftigt hat. «Das ist Demokratie von der Basis aus», so Wolf.

Vor Ort in Wildpoldsried

Gemeinsam mit den Gemeinderäten aus Grünenbach und Maierhöfen waren die Stiefenhofener in Wildpoldsried (Oberallgäu), um vor Ort einen Eindruck einer Windkraftanlage zu bekommen. «Die Dimension muss man sehen», sagt Wolf. «Es geht darum, unter der Anlage zu stehen und sich klar zu machen, dass das etwas ist, was ständig zu sehen ist.»

«Wir leben in einer Region, die von Touristen lebt», sagt Wolf. Ziel sei es, so viel unverbrauchte Natur zu erhalten wie möglich. «Da geht es um eine Grundsatzfrage», sagt Wolf. Letztlich müsse man jede Meinung akzeptieren.

Trotz des abgelehnten Beschlusses stößt das Thema Windenergie bei den Bemeindratsmitgliedern in Stiefenhofen auf Wohlwollen, wie Rathauschef Wolf betont. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in den kommenden Jahren die Atomkraftwerke abgeschaltet werden könnten und Braunkohlewerke die CO2-Bilanz «massiv negativ beeinträchtigen». Aber man dürfe nicht zu blauäugig vorgehen und einfach sagen «ja, wir machen das» ohne sich dabei gleichzeitig Gedanken über eine realistische Umsetzung zu machen.

Bei Stiefenhofen als «verzweigte Gemeinde» sei es etwas schwierig, die vorgeschriebenen Abstandsflächen von 700 bis 1000 Meter zu Bebauungen einzuhalten, erklärt Toni Wolf. Für ihn stehen eindeutig die Sicherheit und das Wohlbefinden der Menschen an erster Stelle.

Dreimal Kirchturmhöhe

Um die gewünschte Effizienz zu erreichen, müsste ein Windrad eine Nabenhöhe von 140 Metern haben - «das ist dreimal der Stiefenhofener Kirchturm», sagt Wolf. Grund dafür ist die spezielle Topographie des Westallgäus: Windströme werden durch die Hügel verwirbelt oder abgewiesen. Notwendig sind daher laut Wolf windsichere Luftschichten.

«Gewaltige Investitionen»

«Das sind gewaltige Investitionen», sagt der Stiefenhofener Rathauschef. Neben der Anlage selbst würden weitere Kosten für den Bau schwerverkehrstauglicher Straßen hin zum jeweiligen Standort kommen.

Bedenken überwiegen derzeit

Momentan überwiegen im Stiefenhofener Gemeinderat die Bedenken in Sachen Windenergie. Nichtsdestotrotz «haben wir abschließend erkannt, dass Windkraft eine saubere Energie ist», sagt Bürgermeister Toni Wolf.

Er wünscht sich, dass in Zukunft auch die Bürger miteinbezogen werden in den weiteren Entscheidungsprozess. «Denn sie müssen schliißlich sagen, ob sie damit leben können.»

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