Fiskus
Steuern sprudeln im Finanzamt - steigende Konjunktur auch in Kaufbeuren

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71 Milliarden Euro hat der deutsche Fiskus im Monat Dezember eingenommen – soviel wie noch nie. So wurde es in der vergangenen Woche publik. Eine gute Nachricht für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Auch das Finanzamt Kaufbeuren hat seinen Teil dazu beigetragen.

Es verzeichnet bei den Einnahmen für das Jahr 2011 einen ordentlichen Zuwachs im Vergleich zum Jahr 2010 (siehe Grafik). Finanzamtschef Maximilian Stock ist sich sicher: Der Anstieg ist auf die gute Konjunktur zurückzuführen, die derzeit auch im Raum Kaufbeuren/Ostallgäu herrscht.

Ein großer Posten bei den Einnahmen des Finanzamtes, in dem 290 Menschen arbeiten, bildet traditionell die Umsatzsteuer, die vor allem Firmen trifft. Sie macht mit rund 300 Millionen Euro allein ein Viertel der knapp 1,2 Milliarden Euro aus, die die Kaufbeurer Behörde im vergangenen Jahr einnahm.

Mit dieser Gesamtsumme liegt Kaufbeuren im bayerischen Vergleich übrigens auf dem zwölften Rang. Insgesamt gibt es rund 80 Finanzämter im Freistaat, so Stock. Der Anstieg beim Aufkommen der Umsatzsteuer sei ein klarer Beleg für wirtschaftliche Aktivität.

Um fast 50 Prozent angestiegen ist auch das Geld, das wegen der Körperschaftssteuer abgeführt werden musste. Diese muss von Kapitalgesellschaften geleistet werden. 'Das sind in unserer Region vor allem GmbHs', erläutert Stock weiter.

Dazu kommen einige Aktiengesellschaften. 'Die fallen hier aber nicht so stark ins Gewicht.'

Mehr Gehalt pro Monat und mehr Menschen in Arbeit: Das ist die Schlussfolgerung, die man aus dem Anstieg des Lohnsteuerauskommens ziehen kann – um immerhin über elf Prozent. Somit profitieren also nicht nur die Chefs und Kapitalgeber von der guten Konjunktur, sondern auch der kleine Mann.

Wobei er das Mehr an Steuern, das er nun berappen muss, natürlich ganz gut selbst brauchen könnte. Auch bei der so genannten veranlagten Einkommenssteuer stiegen die eingenommenen Mittel um über 20 Prozent.

Diese Steuer ist ebenfalls ein wichtiger Indikator für wirtschaftliche Aktivität, denn sie muss von Gewerbetreibenden und Freiberuflern (wie etwa Ärzten oder Rechtsanwälten) abgeführt werden.

Alles in allem also eine gute Bilanz, so Stock. Bei anderen Steuern, wie der Erbschaftssteuer, die in großen Teilen eher konjunkturunabhängig ist (außer im Bereich Schenkungen), verzeichnet er wenig Veränderungen.

Dieser große Posten sank sogar leicht um 3,1 Prozent von 384 auf 372 Millionen Euro. Rein vom Volumen her ist die Erbschaftssteuer damit der größte Arbeitsbereich des Kaufbeurer Finanzamtes.

Allerdings liegt bei dieser Steuerart eine Besonderheit vor: Hier ist Kaufbeuren nämlich nicht nur für Kaufbeuren und das Ostallgäu zuständig, sondern auch unter anderem für München, Starnberg und Garmisch, so Renate Seizinger vom Finanzamt. Und dort gibt es bekanntlich viel zu vererben.

Das Geld kreist

Wenn man nun sein Geld wohlgemut (oder auch nicht) an das Finanzamt überweist, dann bleibt es dort übrigens nicht lange. 'Wir wiederum überweisen das eingenommene Geld täglich an die bayerische Staatsoberkasse in Landshut, die für alle Ämter zuständig ist', erläutert Stock.

Die Mittel stehen ab dann dem Landeshaushalt zur Verfügung. Von Landshut aus werden die Gelder anteilig weiter verteilt: An den Bund oder in den Länderfinanzausgleich.

Die Einnahmen beispielsweise aus Lohn-, Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuern werden zwischen Bayern und dem Bund aufgeteilt. In Bayern verbleiben die Erbschafts-, Grunderwerbs-, Rennwett- und Lotterie- sowie Feuerschutzsteuer.

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