Griechenland
Stephan Stracke aus Kaufbeuren stimmt gegen Rettungspaket

Die Milliardenhilfen für das hochverschuldete Griechenland beschäftigt viele Menschen. Jüngst beschloss der Deutsche Bundestag, das zweite Finanzpaket in Höhe von rund 130 Milliarden Euro für die Hellenen zu genehmigen. Der Kaufbeurer CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke war allerdings dagegen.

Sie haben gegen das Rettungspaket gestimmt. Trauen Sie den Griechen nicht?

Stracke: Ich sehe durchaus die guten Absichten der griechischen Regierung. Aber es fehlen Wettbewerbsfähigkeit und eine effiziente Verwaltung, die die nötigen Strukturreformen auch umsetzt. Um wettbewerbsfähig zu werden, muss das Land abwerten. Neben den nötigen Reformen wäre den Griechen mehr geholfen, wenn sie aus dem Euroraum austreten würden. Hilfe von außen werden die Griechen dann aber nach wie vor brauchen. Ich wäre durchaus bereit, für solche Hilfen zu stimmen.

Mit Ihrem Verhalten haben Sie sich auch gegen die Kanzlerin gestellt. Ist Ihnen da als relativer Neuling im Bundestag nicht mulmig gewesen?

Stracke: Natürlich. Ich spüre meine Verantwortung. Meiner Entscheidung gingen viele Gespräche insbesondere mit den Kollegen aus der CSU-Landesgruppe im Bundestag voraus. Ich habe mir das Ganze gut überlegt und bin bei meiner Haltung geblieben.

Schon kündigt sich das nächste Rettungspaket für die Hellenen an. Wie werden Sie sich da verhalten?

Stracke: Es macht keinen Sinn, jetzt schon wieder über das nächste Paket zu spekulieren. Der Schlüssel zur Lösung der Krise liegt nicht in immer mehr Geld, sondern in Griechenland selbst. Dort müssen die Reformen auch endlich umgesetzt werden.

Weitere Unwägbarkeit

Zudem gibt es noch eine weitere Unwägbarkeit. Wenn in Griechenland wieder gewählt wird, können ganz andere politische Kräfte an die Macht kommen. Solche, die die gemachten Auflagen als Gegenleistung für unsere Hilfe ablehnen oder erheblich aufweichen wollen. Welchen Sinn würde es dann machen, noch mehr Geld zu geben?

Stephan Stracke (37 Jahre) aus Kaufbeuren ist seit 2009 direkt gewählter Abgeordneter der CSU im Deutschen Bundestag.

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