Folge 29: Kreuzwege im Westallgäu
Steinstationen mit colorierten Halbreliefs führen zu Kalvarienbergkapelle über Niederwangen

Christen nutzen die Fastenzeit für die Vorbereitung auf Ostern. Doch vor der Auferstehung stehen Leiden und Tod Jesu. In meist 14 Stationen stellen Bildnisse in katholischen Kirchen die Passion dar und laden Gläubige zur Meditation ein. Verschiedene Kreuzwege in der Region sollen während der Fastenzeit hier vorgestellt werden. Unter freiem Himmel ist ein Kreuzweg im Wangener Ortsteil Niederwangen aufgestellt. Die 14 Steinstationen mit hinter Glas angebrachten, colorierten Halbreliefs führen zur Kalvarienbergkapelle.

Schon der Standort ist einen Ausflug wert. Wer auf dem sanften Hügel steht, kann seinen Blick auf der einen Seite ins Westallgäu schweifen lassen und auf der anderen nach Oberschwaben. Die erste Kalvarienbergkapelle in Niederwangen wurde im Jahr 1709 aus Holz errichtet. Der heutige massive Nachfolgebau entstand 1824. Erst 1919 errichteten die Gläubigen aus Niederwangen den Kreuzweg.

Bäume wie Säulen

Thujabäume stehen wie Säulen zwischen den Stationen. Wer dem Pfad zwischen Obstwiesen und Viehweiden folgt, erlebt die Passion Jesu wie eine Bildergeschichte. Die Darstellungen wollen das Geschehen in erster Linie erzählen, nicht deuten.

Farblich fein abgestimmt sind die Halbreliefs gefasst. Meist wählt der Künstler drei Ebenen bei der Bildkonzeption. So kann er auf den Fortlauf der Handlung verweisen oder auch die abgebildeten Menschen zu Gruppen ordnen.

In der XI. Station wird dies besoners deutlich: Da weisen zwei Hohepriester auf die am Boden liegende Tafel 'INRI' hin, als wollten sie das Todesurteil begründen; Johannes und Maria stehen eng beieinander und haben ihre leeren, traurigen Blicke in die Ferne gerichtet, während unten die Schächer unberührt ihre Arbeit verrichten: den Verurteilten ans Kreuz zu nageln.

Die Kalvarienbergkapelle ist leider nur geöffnet, wenn aus speziellen Gründen eine Andacht gefeiert wird. Den Schlüssel verwahrt die Landwirtsfamilie, in dessen Besitz sich das Gotteshaus befindet.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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