Memmingen
«Steg greift massiv ins Straßenbild ein»

In der kontroversen Diskussion um die Erweiterung des Hotels Weisses Ross hat Oberbürgermeister Dr.Ivo Holzinger jetzt betont, dass ein Steg «massiv ins Straßenbild eingreifen würde». Er habe sich aber noch keine abschließende Meinung gebildet, ob der Übergang genehmigt werden kann oder nicht. Wie berichtet, soll im Zuge der Hotelerweiterung ein zweites Haus gegenüber der bestehenden Immobilie entstehen. Damit würde eine Baulücke geschlossen. Der Hotelier möchte die beiden Gebäude in der Kalchstraße mit einem gläsernen Übergang verbinden.

Die Memminger diskutieren sehr angeregt darüber, ob das Vorhaben genehmigt werden soll oder nicht. Vor allem am Steg scheiden sich die Geister. Auf welcher Seite stehen Sie?

Holzinger: Ich werde die Ergebnisse des Verfahrens abwarten, das im Zusammenhang mit der Änderung des Bebauungsplanes steht. Hier wird das Pro und Contra aufgelistet und auch die Anlieger haben die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern.

Warum soll der Bebauungsplan überhaupt geändert werden?

Holzinger: Bei der bisherigen Regelung hätten wir nur dann grünes Licht für das Vorhaben geben können, wenn wir eine Sonderregelung getroffen hätten. Wir kommen hier also dem Bauwerber entgegen. So ist es denkbar, dass das Hotelgebäude einen Stock höher wird als es im bisherigen Bebauungsplan vorgesehen ist. Nach den Plänen des Investors soll es drei Voll- und ein ausgebautes Dachgeschoss umfassen.

Eine Anliegerin spricht von einem unzumutbaren Vorhaben, da den direkt angrenzenden Nachbarn das Tageslicht genommen werde.

Holzinger: Hier kommt es sicher auch darauf an, wie weit das Gebäude in die noch bestehende Baulücke hineinreicht. Man kann das so gestalten, dass es zu keinen Beeinträchtigungen kommt. Klar ist, dass die Nachbarrechte gewahrt sein müssen.

Wie hoch war das Gebäude, das in der Kalchstraße früher an dieser Stelle stand?

Holzinger: Die genaue Höhe kann ich aus dem Stegreif nicht nennen, es war aber sicher niedriger als das jetzt geplante.

Wie beurteilen Sie unabhängig von baurechtlichen Fragen das Anliegen des Hoteliers Fritz Halder, sein Haus zu erweitern?

Holzinger: Das ist insgesamt eine sehr gute Sache. Die Sicherung des Hotelbetriebs liegt uns am Herzen.

Erhöht das die Chancen des Investors, den umstrittenen Steg über die Kalchstraße bauen zu dürfen?

Holzinger: Nein, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Im Übrigen kann auch die Tatsache, dass mit dem Vorhaben eine lange klaffende Baulücke geschlossen würde, nicht den Ausschlag geben. Entscheidend ist, dass das Projekt rechtlich auf sicheren Beinen steht. Unabhängig davon ist festzuhalten, dass ein Steg massiv in das dortige Straßenbild eingreifen würde. Falls ein Übergang kommt, sollte er meiner Meinung nach an die Hotelnutzung gebunden sein. Das heißt, dass er abgebrochen werden müsste, wenn das Gebäude nicht mehr als Hotel genutzt wird.

Halten Sie es für vorstellbar, die beiden Hotelbauten mit einem Tunnel zu verbinden, um auf den umstrittenen Steg verzichten zu können?

Holzinger: Der Bauwerber will meines Wissens nach keine Untertunnelung, weil die Kosten viel höher wären als bei einem Steg.

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