Bundeswehrreform
Standortschließungen: Vorsitzender der Allgäu GmbH übt scharfe Kritik

Bestürzung, mit wem auch immer man gestern sprach. Dass die Bundeswehrreform das Allgäu derart massiv treffen würde, hatten nicht einmal die größten Pessimisten auf der Rechnung. Das Aus für Kaufbeuren und Kempten.

Sonthofen: verliert noch einmal, nachdem bereits bei früheren Reformen die Schule für Feldjäger und Stabsdienst sowie das ABC-Abwehrlehrbataillon verloren gegangen waren. Füssen: deutliche Reduzierung. „Das ist ein Kahlschlag, der nicht mehr nachzuvollziehen ist“, klagt Gebhard Kaiser als Vorsitzender der Allgäu GmbH.

Kaiser redet sich beim Stichwort Bundeswehrreform regelrecht in Rage: 'Dass das Ganze Auswirkungen auf das Allgäu haben würde, war klar. Doch dass unsere Region richtiggehend ausgeblutet wird, ist bestürzend.'

Beschämend findet es Kaiser darüber hinaus, dass mit dieser Entscheidung der Grundansatz der Reform, nämlich bei der Reduzierung der Truppenstärke ausdrücklich auf den ländlichen Raum Rücksicht nehmen zu wollen, geradezu auf den Kopf gestellt wurde. 'Das soll mir mal einer erklären – uns trifft es voll und München und Ingolstadt zum Beispiel lässt man völlig unangetastet.'

'Wenig Einfluss in Berlin'

Bei der Ursachenforschung nimmt Kaiser kein Blatt vor den Mund: 'Es sieht ganz so aus, als ob unsere Allgäuer Bundestagsabgeordneten nicht allzu viel Einfluss in Berlin haben.' Und: 'Genauso enttäuscht bin ich über den Einfluss Bayerns in Berlin.' In der Allgäu GmbH werde man sich nun intensiv Gedanken machen, wie den betroffenen Kommunen – 'allen voran Kaufbeuren' – strukturpolitisch geholfen werden könne.

Bund und Land in der Pflicht

Auf rasche Hilfe hofft auch CSU-Bundestagsabgeordneter Dr. Gerd Müller (Kempten).

Der Staatssekretär im Berliner Verbraucherschutzministerium sieht jetzt Bund und Land in der Pflicht: 'Nun muss ganz schnell das angekündigte Sonderprogramm beschlossen werden, um Ausgleich zu schaffen.' Besonders drängend sei dies in Kaufbeuren, wo die wirtschaftliche Lage ohnehin angespannt sei.

In der Sache nachvollziehbar

Die Entscheidungen träfen die Region zwar sehr hart, seien aber in der Sache nachvollziehbar, so Müller weiter. 'Der Verteidigungsminister hat von Anfang an klar gemacht, dass die Entscheidungen bei der jetzigen Reform allein auf Basis fachlicher Notwendigkeiten fallen.' Demnach das Gebirgssanitätsregiment 42 von Kempten nach Dornstadt zu verlegen, biete sich wegen der dortigen Nähe zum Bundeswehrkrankenhaus in Ulm an.

Zentrum für Brandschutz

Das Aus für Kaufbeuren sei vor dem Hintergrund zu verstehen, dass dort seit Längerem kein Flugbetrieb mehr stattfinde. Füssen sei mit einem blauen Auge davongekommen, Der Standort Sonthofen werde zwar nominell verkleinert, erhalte aber beispielsweise durch die Neuansiedlung eines Zentrums für Brandschutz durchaus neue Chancen. Auch die für dort beschlossenen baulichen Maßnahmen stünden nicht zur Disposition.

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