Standort für die nächsten Jahre gesichert

Kaufbeuren | dam | Als Signal für die dauerhafte Sicherung des Bundeswehr-Standortes Kaufbeurens haben Verantwortliche die Entscheidung gewertet, die technische Ausbildung auf dem Fliegerhorst in Händen der Bundeswehr zu belassen. Das Verteidigungsministerium hat sich nach jahrelangen Überlegungen gegen eine Kooperation mit der Industrie entschieden. Stattdessen soll ab 1. April 2008 ein so genanntes Optimiertes Eigenmodell (OEM) der Bundeswehr umgesetzt werden. Im Zuge dieser Neuordnung des Schulbetriebes sollen bis zum Jahr 2010 zehn Prozent der rund 700 Arbeitsplätze auf dem Fliegerhorst eingespart werden - allerdings ohne Entlassungen.

Der Kommandeur des Kaufbeurer Fliegerhorstes, Oberst Detlef Thull, sieht die Zukunft des Standortes mit dieser Entscheidung 'für die nächsten Jahre' gesichert. Die Umstrukturierung neben dem normalen Schulungsbetrieb stelle für das Jahr 2008 eine 'echte Herausforderung' dar.

'Grundlegende' Änderungen

'Nun ist es klar, dass sich hier etwas grundlegendes verändert', sagte Thull. Organisatorische Abläufe werden ebenso geändert wie Verantwortlichkeiten innerhalb des Technischen Schule. Ziel der Neuordnung ist es, den Schulbetrieb wirtschaftlicher zu gestalten. Die Technischen Schule in Kaufbeuren ist die einzige Schule der Bundeswehr an der das OEM erprobt wird. Nach zwei Jahren soll dann entschieden werden, ob dieses Modell auf andere Einrichtungen übertragbar ist.

Die Entscheidung gegen eine Kooperation mit der Industrie kommentierte Thull mit den Worten: 'Ich glaube nicht, dass die Stadt Kaufbeuren durch diese Entscheidung verloren hat. Wir sind real, alles andere nur hypothetisch.' Die Industrie hatte durch die Kooperation einen Zuwachs von Arbeitsplätzen und die Ansiedlung weiterer Unternehmen in Aussicht gestellt. Allerdings kritisierte Thull: 'Es hat zu lange bis zu einer Entscheidung gedauert. Diese Ungewissheit war für die Soldaten des Standortes emotional kein Vorteil.' Erste Überlegungen über eine Kooperation mit der Industrie hatte es bereits im Jahr 2000 gegeben.

Der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse sagte, er nehme 'die Entscheidung zur Kenntnis'. Das Wichtigste für die Stadt sei, dass die Arbeitsplätze am Standort in ähnlicher Größenordnung erhalten blieben. 'Ob das nun unter Bundeswehr- oder Industrieregie geschieht, spielt letztlich keine Rolle.'

Dagegen hätte der Bundestagsabgeordnete Kurt Rossmanith (CSU) eine 'Industrielösung favorisiert'. Im Gespräch waren etwa der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, das Münchener Software- und Logistikunternehmen ESG oder Siemens. 'Die hätten hier ordentlich investiert', sagte Rossmanith. Doch auch er könne mit dem getroffenen Beschluss leben. 'Die Empfehlungen der Industrie werden in das Bundeswehr-Modell mit einfließen.'

Allgäu Rundschau

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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