Füssen / Lechbruck
Städtische Flotte soll die Heiratslust ankurbeln

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Von Jahr zu Jahr eilt das Standesamt Füssen bei den Hochzeiten von einem Rekord zum nächsten. 2009 hat man sogar die 200er Marke erreicht. Doch in diesem Jahr geht es abwärts, weiß Standesamtsleiter Andreas Rösel schon jetzt: Dass der Fürstensaal wegen der Landesausstellung nicht zur Verfügung steht, wird für ein Minus bei den Eheschließungen sorgen. Damit der Rückgang nicht zu groß ausfällt, setzt Rösel heuer erstmals die städtische Forggensee-Flotte ein: An zwei Tagen können Paare auf der MS Füssen den Bund fürs Leben schließen.

Viele Paare wollen ihre Ehe nicht in einer nüchternen Amtsstube besiegeln - auf diesen Trend setzt das Standesamt Füssen, das auch Lechbruck betreut, seit Langem: Besonders der Fürstensaal und das Colloquium sind bei Heiratswilligen heiß begehrt. Vor allem bei den auswärtigen Paaren, die 63 Prozent stellen.

Doch genau diese beiden Räume stehen heuer nicht zur Verfügung, da die Landesausstellung das ehemalige Kloster St. Mang in Beschlag nimmt. «Das gibt einen starken Einbruch» bei den Eheschließungen, prophezeit Rösel, «das tut uns weh.» Zwar steht ab Mai die Veitskapelle - die wohl am höchsten gelegene Schlosskapelle Deutschlands - im Hohen Schloss für Trauungen zur Verfügung. Doch ist sie für viele Interessenten kein gleichwertiger Ersatz für den opulenten Fürstensaal, hat der Standesamtsleiter erfahren müssen.

An die Leine - sonst ungültig

Daher setzt er nun auch die städtische Flotte ein, um das Minus bei den Hochzeiten in Grenzen zu halten: An zwei Freitagen, 9. und 23. Juli, stellt erstmals die MS Füssen für Eheschließungen zur Verfügung. «Gestartet wird um 19 Uhr am Bootshafen», berichtet Rösel. Dann geht es an den Bananeninseln vorbei zur Anlegestelle am Festspielhaus: Dort muss das Schiff angeleint werden (ansonsten ist die Hochzeit ungültig) und dann kann die Ehe besiegelt werden. «Anschließend heißt es: Leinen los. Dann bricht das Schiff zu einer zweistündigen Tour mit der Gesellschaft auf», sagt Rösel. Kein billiges Vergnügen: Allein 1200 Euro muss das Paar für das Anmieten des Schiffes hinblättern.

Den Rückgang, den Rösel bei den Hochzeiten erst noch befürchtet, hat es bei den Geburten bereits gegeben: Nur noch 305 Geburten - 154 Mädchen und 151 Buben - wurden 2009 registriert, 2008 hatte es mit 328 Geburten noch einen kleinen Baby-Boom gegeben. Allerdings kann Rösel nicht sagen, wie viele Mütter aus Füssen und Umgebung zur Entbindung nach Kempten oder Kaufbeuren fahren. «Es werden aber einige sein, da es dort auch Kinderkliniken gibt», mutmaßt er. Allerdings könne man sich diese Fahrt aus seiner Sicht in den meisten Fällen sparen: «Die Neugeborenen werden auch im Füssener Krankenhaus sehr gut versorgt.»

Arbeit mit Botschaften

Höhere Zahlen als Jahr 2008 gab es hingegen bei den Sterbefällen: 293 wurden gemeldet. Immer häufiger muss das Standesamt Füssen in diesen Fällen mit Botschaften zusammenarbeiten, da die Verstorbenen oft ausländischer Herkunft sind und ihre Papiere nicht lückenlos sind. Zuletzt habe man mit amerikanischen, französischen und schweizerischen Diplomaten zusammengearbeitet, sagt Rösel - «in dieser Richtung haben wir verstärkt zu tun».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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