Städte wollen weniger zahlen

Kempten/Allgäu | bb | Rund 1,1 Millionen Euro zahlen die vier Allgäuer Landkreise, die drei Kreisfreien Städte Kempten, Memmingen und Kaufbeuren sowie die anderen Mitgliedsgemeinden pro Jahr an Beiträgen für die Allgäu Marketing GmbH. Das ist zumindest den großen Städten inzwischen zu viel. Sie wollen in Zukunft weniger Geld für diese Organisation ausgeben, deren Aufgabe es ist, die Tourismusregion Allgäu zu vermarkten.

Am 1. Januar 2004 hatte die Allgäu Marketing GmbH ihre Arbeit aufgenommen. Die Gesellschaft ist eine «Tochter» des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch-Schwaben und somit der darin zusammengeschlossenen Landkreise und Städte der Region. Weitere Gesellschafter sind Privatfirmen aus der Tourismus-Branche (siehe Grafik).

«Von Anfang an bestand das Ziel, den finanziellen Anteil der öffentlichen Hand zurückzufahren», sagt Heinz Buhmann, Leiter des Amtes für Tourismus der Stadt Kempten. Aber nach inzwischen mehr als vier Jahren müsse man sagen: «Ziel verpasst». Denn mittlerweile hätte sich der Beitrag der Städte, Gemeinden und Landkreise von anfangs 600000 Euro statt verringert deutlich erhöht.

Buhmann macht dies am Beispiel Kemptens transparent: Bis 2003 habe die Stadt etwa 7000 Euro pro Jahr an den Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben gezahlt. 2008 führe Kempten 50000 Euro an den Tourismusverband für die Allgäu-Marketing GmbH ab. Hinzu kämen 12000 bis 15000 Euro für spezielle Werbekampagnen wie Beteiligung am Urlaubsguide Wellness oder der Broschüre Städtetourismus.

Buhmann fordert deshalb mit Rückendeckung durch Kemptens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer, die Finanzierung der Allgäu Marketing GmbH auf eine neue Basis zu stellen. Eine gewisse Grundausstattung müsse natürlich bestehen bleiben. «Aber die Allgäu Marketing GmbH soll sich neue Geschäftsfelder erschließen, in denen auch Einnahmen zu erzielen sind» (Buhmann).

Als Beispiel nennt Buhmann, Allgäu Marketing könnte sich mehr um den sogenannten Incoming-Tourismus kümmern, also Pauschalpakete für einen Urlaub im Allgäu selbst aktiv anbieten. Oder als Veranstalter von Tourismus-Events auftreten.

Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu Marketing GmbH, ist verwundert über die Attacke der Stadt Kempten. Denn schließlich sei bei der Verbandsversammlung von Allgäu Marketing am 12. Juni die Erhöhung der Beiträge einstimmig bei zwei Enthaltungen genehmigt worden. Notwendig geworden sei die Anhebung, weil bisher von der Europäischen Union gezahlte Fördergelder nicht mehr in früherer Höhe zur Verfügung stünden. Deshalb wertet Joachim die Kemptener Kritik als ein «gewisses Nachkarten».

Zur Idee, die Allgäu Marketing GmbH soll in Zukunft mehr Geld verdienen, meint Joachim: «Das ist nicht unser Auftrag. Wir sollen Werbekonzepte entwickeln aber nicht wie ein Reisebüro arbeiten.»

Nur noch heuer zugestimmt

Da mache es sich Allgäu Marketing zu leicht, kontert Buhmann. Nur zu sagen, uns fehlen heuer 400000 Euro an EU-Förderung - bitte Kommunen gebt uns mehr Geld, könne nicht die Lösung sein. Heuer habe Kempten und die beiden anderen Kreisfreien Städte des Allgäus dieser Notlösung noch zugestimmt. Aber 2009 geschehe dies nicht noch einmal.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019