Stadtrat sichert Betrieb des Künstlerhauses

Marktoberdorf | rel | Höchste Spannung bis zur Abstimmung - und dann die große Überraschung: Mit einem einstimmigen Beschluss sicherte der Stadtrat am Montagabend den Betrieb des Künstlerhauses für die nächsten zehn Jahre. Maximal 75 000 Euro jährlich erhält hierzu die Kunst- und Kultur-Stiftung Dr. Geiger-Haus, und zwar bis zum Jahr 2017. Davon sind 70 000 Euro Zinserträge aus der Anlage von einer Million Euro aus dem Emmi-Fendt-Erbe. Bürgermeister Werner Himmer versicherte dem Gremium, die überdurchschnittliche Verzinsung mit einer sicheren Anlagestrategie erzielen zu können.

Bis kurz vor Sitzungsbeginn hatte alles danach ausgesehen, dass das Künstlerhaus vor einem Existenzproblem stehen würde. Denn rund 100 000 Euro werden für Unterhalt und Betrieb des Hauses sowie für Personal und Zinsen benötigt. Dazu kommen noch gut 10 000 Euro Energiekosten. Im Stiftungsvertrag ist - ohne Obergrenzen zu nennen - festgehalten, dass die Stadt Marktoberdorf dafür aufkommen muss.

Doch die Kostenhöhe war seit Jahren ein Streitpunkt. Bislang hatte die Stadt 45 000 Euro plus Nebenkosten gezahlt, was nicht ausreichte. Um den Betrieb des Hauses zu sichern, hatte Altbürgermeister Franz Schmid, der den Bau des Hauses zu einem großen Teil finanziert hat, erheblich Geld zugeschossen.

Im Juli hatte dann der Stadtrat beschlossen, eine Million aus dem Emmi-Fendt-Erbe in das Stiftungsvermögen einzubringen, um so der Stiftung regelmäßige Zinseinnahmen zu sichern. Da dies aber das Kernproblem nicht löste, stand das Thema diesen Montagabend erneut zur Beratung an.

Stellenwert des Hauses sichern

Die CSU stimme dem Vorschlag zu, weil die Stadt zur Zahlung verpflichtet sei und das Haus mittlerweile einen Stellenwert habe, den es zu sichern gelte, begründete Fraktionschef Markus Singer das Ja seiner Partei. Wichtig sei, dass das Haus 'aus dem Gerede' kommt und wieder Friede einkehrt. Auch FW-Fraktionschef Wolfgang Schmid betonte, es sei wichtig, das das 'Gezänk' aufhöre. Wenn man durch die neue Lösung mehr erwirtschafte und das Problem löse, seien die Freien Wähler damit einverstanden.

Axel Maaß (Grüne) begrüßte, dass der Stadrat dem Künstlerhaus Planungssicherheit geben wolle und seine Existenz sichere. Zur erfreulichen Situation habe auch das finanzielle Angebot von Franz Schmid beigetragen. 'Die Politik besteht aus Kompromissen', leitete SPD-Fraktionsführer Wolfgang Hannig seine Zustimmung ein. Das jetzige Ergebnis sei erfreulich, nachdem die Verhandlungen jahrelang stagniert hätten. Geoffrey Cheeseman (SPD) bat die Künstlerhaus-Verantwortlichen, die Galerie auch für andere Ausstellungen stärker zu öffnen, zumal man jetzt mehr Planungssicherheit habe. Dem hielt Maaß entgegen, dass die Öffnung bereits erfolgt sei: 'Die Einrichtung ist für alle offen.' Otto Osterried (FW) empfahl, die Einnahmesituation des Hauses durch höhere Mitgliedsbeiträge im Kunstverein zu verbessern.

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