Diskussion
Stadtrat Lindenberg vertagt Beschluss über Vertragsverlängerung mit der WEST

Sieben Gemeinden haben einer Vertragsverlängerung mit der Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle Westallgäu (WEST) zugestimmt. Der Lindenberger Stadtrat zögert noch. Er hat am Montagabend eine Entscheidung zu dem Thema nach kurzer Diskussion vertagt. Es gibt in dem Gremium Zweifel, ob die eingesetzten Mittel - 47000 Euro im Jahr allein von Lindenberg - in einem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen steht.

Die WEST war vor drei Jahren gegründet worden. Beteiligt sind 13 Gemeinden. Die Wirtschaftsförderung sollte damit im Westallgäu gebündelt werden. Ende vergangenen Jahres hatte Dr. Gerald Mathis, Chef der WEST, bei einer Werbetour durch alle Räte die Arbeit der Gesellschaft noch einmal vorgestellt und um eine Verlängerung des Vertrages um drei weitere Jahre geworben. Restlos überzeugt hat er den Stadtrat dabei offenbar nicht. 1735000 Euro kostet der Vertrag mit der WEST im Jahr. Die Stadt soll dazu 47000 Euro beitragen.

Angesichts der fortgeschrittenen Stunde - der Stadtrat hatte um 22.30 Uhr schon viereinhalb Stunden öffentlich und davor noch geraume Zeit nicht-öffentlich getagt - wurde das Thema auf die nächste Sitzung vertagt. Vorgeschlagen hatte die Vertagung Bürgermeister Johann Zeh.

Er sprach von «vielen positiven Ansätzen» bei der WEST. Drei Jahre seien für eine Gesellschaft im Bereich der Wirtschaftsförderung wenig Zeit. Zeh will Mathis deshalb noch einmal in den Stadtrat einladen.

Zuvor hatten Vertreter aller Fraktionen Zweifel an einer Vertragsverlängerung geäußert. Die West sei wie eine Blackbox, erklärte Stefan Bihler, Sprecher der CSU-Fraktion. «Wir stecken was rein, es kommt auch was raus, wir wissen aber oft nicht, wie es raus kommt und wie es zu bewerten ist». Er verwies zudem auf die heute anstehenden Haushaltsberatungen. Bei einer Zustimmung binde sich die Stadt ohne zu wissen, wie die Haushaltslage sei.

«Echte Probleme» einer Verlängerung zuzustimmen bekundete Reinhold Freudig (Freie Wähler). «Wir wissen nicht genau, was für Lindenberg rauskommt. Für mich ist es zu wenig». Ähnlich sieht es die SPD. «Wir haben Zweifel. Hat aber jemand auch den Schneid, nein zu sagen?», so Michael Wegscheider.

Grundsätzlich sinnvoll sei der Ansatz der WEST, befand Martin Einsle von den Grünen. Die Ausgaben von 173500 Euro im Jahr stünden aber in einem «Missverhältnis zur erbrachten Leistung.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen