Stadtrat legt im Flächennutzungsplan Ziele künftiger Verkehrsführung fest

B 19 vierspurig und neue Straße bei Leupolz Kempten (sf). Welche Straßen sollen ausgebaut werden, wo könnte eine Umfahrung für Entlastung der Bürger sorgen? Auch Fragen künftiger Verkehrsprojekte werden im neuen Flächennutzungsplan (FNP) festgehalten. Der Stadtrat fällte dazu mehrere Beschlüsse:

Der vierspurige Ausbau der B 19 ab dem Oberstdorfer Knoten Richtung Waltenhofen war schon im alten FNP drin und soll auch in den neuen als Ziel übernommen werden - 'angepasst an den heutigen Kenntnisstand', wie Baureferentin Monika Beltinger erläuterte (siehe Gafik). Um möglichst wenig Anschluss-Stellen dort zu haben, die den Verkehrsfluss blockieren, soll die Einmündung des Adelharzer Wegs bis auf Höhe der Eicher Straße verlegt werden. Die Werkseinfahrt von Edelweiß zur B 19 wird dann geschlossen und über den Adelharzer Weg erfolgen.

Erhalten werden soll auf jeden Fall der markante Hügel an der Stelle, der bisher als 'Drumlin' eingezeichnet ist. Und das ganz gleich, ob es sich um den typischen Allgäuer Stromlinienkörper, der unter dem Gletschereis entstand, um eine 16 000 Jahre alte Rückzugsmoräne, wie der Geologe Dr. Herbert Scholz erklärt, oder nur um eine Abraumhalde aus der Entstehungszeit der Edelweißwerke handelt, wie die Eigentümer der Hoefelmayr GbR behaupten. Letzteres brachte Stadträtin Ingrid Jähnig auf die Palme, die sich für den Erhalt des Hügels einsetzte.

Die Verlegung der Straße bei Leupolz (siehe Grafik) soll wie berichtet die Bewohner des Ortes etwas vor dem Lärm des enormen Durchgangsverkehrs schützen. Vor allem die Schwerlaster, so Beltinger, die aus dem Gewerbegebiet von Betzigau kommen, belasten Leupolz und Lenzfried. In dem Zusammenhang kritisierte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer die Gemeinde Betzigau, 'die einfach ein Gewerbegebiet betreibt, ohne es vorher richtig erschlossen zu haben und bis heute nichts getan hat, das zu verändern'.

Die mögliche Ortsumfahrung von Hirschdorf bleibt auch im neuen FNP. Obwohl die früher geplanten Wohnbauflächen in Hinterbach stark reduziert wurden. Bayerischer Bauernverband und Amt für Landwirtschaft hatten beantragt, die Trasse wegen des Flächenverbrauchs zu streichen. Und auch Stadtrat Ludwig Frick (SPD) wunderte sich darüber, 'da die Verwaltung selbst zuvor die Straße herausnehmen wollte'. Erwin Hagenmaier (CSU) plädierte aber für die Umgehung zugunsten der jetzigen Anwohner. Dazu Michael Hofer (ÖDP): 'Sie sind doch ein Betonfetischist.' Mit 25 zu 13 stimmte die Mehrheit jedoch für die Umfahrung von Hirschdorf.

Die Querspange vom Autobahnanschluss Betzigau zur B 309 (Straße nach Durach) wurde dagegen aus der Planung gestrichen. Zwar wurde der Beschluss schon vor über zehn Jahren gefällt, doch nie vollzogen.

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