Kempten
Stadtrat Eduard Bühler tritt zurück

Schon länger hatte er sich vorgenommen: «Nach dem 60. fange ich was Neues an.» Jetzt macht er diesen Traum wahr: Grünen-Stadtrat Eduard Bühler zieht auf einen Bauernhof nach Ungarn und verlässt Kempten. Damit muss er seinen Abschied aus dem Stadtrat nehmen. Gestern reichte er beim Oberbürgermeister seinen Rücktritt zum 1. Dezember ein.

Dabei kann Bühler heuer auf eine Reihe von Jubiläen zurückblicken: Seit 40 Jahren lebt der gebürtige Lindauer in Kempten, vor genau 30 Jahren war er Mitbegründer der Partei der Grünen auf Kreis-, Landes- und Bundesebene, seit 25 Jahren sitzt er im Stadtrat. Nach dieser langen Zeit politischer Tätigkeit «sehe ich den Punkt gekommen, mich aus der aktiven Kommunalpolitik zu verabschieden», teilte er erst mündlich und dann schriftlich OB Dr. Ulrich Netzer mit.

Auch beruflich ist der 61-jährige Industriekaufmann in die Altersteilzeit eingetreten. Bühler: «Und ich habe mir für mein weiteres Leben neue Ziele gesetzt - was jetzt kommt, ist das Leben auf dem Lande.» Noch heuer werde er nach Ungarn umziehen, «auf einen Bauernhof mitten in der Puszta».

Warum so weit weg? Einen Bauernhof, wie er ihn sich wünsche, könne er sich im Allgäu nicht leisten, sagt Bühler. So habe er schon länger mit seiner Lebensgefährtin gesucht und sei in Ungarn fündig geworden: ein Hof mit Scheune, Stall und 13 Hektar Grund. Dort wolle er mit der Natur leben, lesen und malen. Deshalb werde er aber die Brücken nach Kempten oder Deutschland nicht abbrechen. Schließlich habe er hier viele Freunde und seine drei Söhne. «Die sind aber schon so groß, die brauchen mich nicht mehr», so Bühler.

Und wer wird Nachfolger von ihm im Stadtrat? Erster Nachrücker wäre Jakob Miksch. Doch der, so weiß Bühler, studiert zur Zeit in Würzburg. Sollte er verzichten, steht als nächste Carolin Brög auf der Liste für den Stadtrat - 21 Jahre alt und ebenfalls Studentin.

Mit seinem Ausscheiden verbindet Bühler noch eine Bitte an den OB: Er möge doch «die Vergabe der Positionen in den sonstigen Gremien überdenken, zumal ich entsprechend Ihrer Aussage im Wesentlichen verantwortlich für die Nichtberücksichtigung unserer Fraktion war». Dieser Grund falle jetzt weg und damit sei ein Neuanfang in der Zusammenarbeit zwischen den Grünen und den anderen Fraktionen möglich.

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