Memmingen
Stadträte bäumen sich gegen Architekten auf

Wie viele Bäume verträgt der Schrannenplatz? Und wo sollen welche stehen? Über diese Fragen diskutierten die Mitglieder des Memminger Bausenats in ihrer jüngsten Sitzung. Nach gut eineinhalb Stunden hatten sie sich schließlich auf eine Verteilung der Bäume geeinigt, wie sie unsere nebenstehende Grafik zeigt. Sie folgten damit nur zum Teil den Vorschlägen des Planungsbüros Club L94 aus Köln, das von der Stadt mit der Umgestaltung des Schrannenplatzes beauftragt worden war.

Nach den Vorstellungen der Landschaftsarchitekten sollten vor allem am Rand des Platzes - aber nicht in dessen Mitte - sogenannte Schnurbäume gepflanzt werden. Die Kronen der großen Bäume seien nicht sehr dicht, sodass der Blick auf die Fassaden der Häuser nicht wesentlich verstellt würde. Darüber hinaus würden sie an den Rändern des Platzes diesen «umspülen und somit abschließen» (siehe Grafik).

Gerade dieses «Abschließen» gefiel manchen Senatsmitgliedern nicht. So monierten etwa Wolfgang Nieder (SPD) und Corinna Steiger (Grüne), dass die vorgesehenen Bäume in der Hirschgasse den Blick Richtung Frauenkirche verstellen würden. Auch vor der Fassade des Gasthauses Löwen sollten nach Steigers Worten keine großen Bäume gepflanzt werden.

Indes brach CSU-Stadträtin und Landschaftsarchitektin Claudia Knoll (CSU) eine Lanze für den Vorschlag der Planer: «Ein Platz braucht eine Fassung, weil sich die Menschen auf ihm sonst nicht wohlfühlen.» Daher dürften Bäume in der Hirschgasse nicht fehlen.

«Schatten für spielende Kinder»

Im Laufe der Diskussion machte Dr. Hans-Martin Steiger (SPD) den Vorschlag, auch in der Mitte des Platzes beim geplanten Wasserspiel - der sogenannten Stadtbachspur - drei Schatten spendende Bäume zu platzieren. Dem schlossen sich zunächst Wolfgang Courage (Christlicher Rathausblock) und Margareta Böckh von der CSU an und in der Folge das ganze Gremium. «Bei der Stadtbachspur ist Schatten für spielende Kinder wichtig», sagte etwa Böckh. Und nach Courages Ansicht könnten trotz der Bäume in der Mitte des Platzes dort noch Veranstaltungen stattfinden.

Schließlich betonte Mechthild Feldmeier (CSU), dass aus Sicht der Einzelhändler keine Bäume vor den Schaufenstern stehen sollten.

Am Ende der Diskussion formulierte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger folgenden Beschlussvorschlag: «Also bis zu drei Bäume bei der Stadtbachspur, einen weniger in der Hirschgasse und am Rand des Platzes sind noch kleinere Veränderungen möglich.» Dies wurde einstimmig beschlossen. Die beauftragten Landschaftsarchitekten wollen die Pläne bis zur nächsten Sitzung der Räte entsprechend umarbeiten. Zudem muss das Gremium noch über das Pflastermaterial sowie über mögliche Sitzgelegenheiten und Fahrradständer entscheiden.

Mit der Umgestaltung soll nach dem Fischertag begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Oktober 2010 geplant.

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