Immenstadt
Stadt will Schloss an privaten Investor verkaufen

Die klamme Stadtkasse in Immenstadt fordert ihren Tribut: Um Kosten einzusparen, haben sich die Stadträte am Donnerstagabend mit großer Mehrheit (19:3 Stimmen) dafür ausgesprochen, das Schloss auf dem Marienplatz - nach fast fünf Jahren in städtischer Hand - an einen privaten Investor zu verkaufen. Die Entscheidung fiel nicht öffentlich.

Laut einer Pressemitteilung der SPD habe die Stadtverwaltung gestern auf eine Bitte der Fraktion reagiert und die Pläne umgehend öffentlich bekannt gegeben: «Wir wollen, dass sich die Bürger mit den Plänen auseinandersetzen können», fordern die Sozialdemokraten. Schließlich sei das Schloss

«nicht irgendeine Immobilie der Stadt, sondern das

repräsentativste Gebäude mitten im Zentrum am Marienplatz». Laut Bürgermeister Armin Schaupp war die Veröffentlichung des Vorhabens sowieso geplant.

«Ich freue mich, dass wir einen geeigneten Investor gefunden haben, dem persönlich an einer baulichen Aufwertung des Gebäudes gelegen ist», erklärte Schaupp gestern auf Anfrage der Heimatzeitung weiter. Der zukünftige Besitzer stamme aus dem Oberallgäu. Nach Aussage der SPD-Fraktion soll er «seinen Wirkungskreis überwiegend in unserer Region haben.

» Einen Namen wollte Schaupp gestern noch nicht nennen. Erst soll der Kaufvertrag unterschriftsreif sein.

Konkrete Zukunftspläne, die im Kaufvertrag festgeschrieben werden sollen, gibt es aber schon: Das Gebäude soll für die Öffentlichkeit weiterentwickelt werden. Nach intensiven Verhandlungen, so der Bürgermeister, sei erreicht worden, dass sowohl das Vermessungsamt als auch das Gästeamt im Schloss bleiben. Der Investor wolle die Räume sanieren und für angemessenen Brandschutz sorgen.

Außerdem werden der Dachstuhl und die Fassade saniert. Auf lange Sicht wollen Stadt und Investor eine «große Lösung» erreichen. Auch dafür habe es eine deutliche Mehrheit im Stadtrat gegeben.

Im Mittelpunkt stehe dabei eine offene Überdachung des Innenhofs. Der Platz soll demnach multifunktional genutzt werden etwa für Veranstaltungen, Konzerte oder den Wochenmarkt.

Sanierung kostet Millionen

Und wie sieht der Zeitplan aus? «Der Investor will die dringend notwendige Sanierung des Gebäudes im kommenden Jahr in Angriff nehmen», sagte Schaupp. Diese Zusage werde verbindlich abgesichert.

Wie berichtet, hatte die Stadt aufgrund des miserablen Gebäudezustands im März nochmals Sofortmaßnahmen für die Gebäudesanierung in Höhe von 100000 Euro beschlossen. Erst im August waren die Gerüste an der Fassade auf dem Marienplatz verschwunden. Giebelwände sind neu verankert, Risse in der Fassade beseitigt und neuer Putz aufgetragen worden.

Trotzdem besteht an dem historischen Gebäude weiterhin Sanierungsbedarf in Millionenhöhe.

«Aber das kann die Stadt angesichts der Haushaltssituation und anderer vorrangiger Aufgaben nicht schultern», so der Rathauschef. Es bedürfe ohnehin schon größter Anstrengungen, überhaupt die Pflichtaufgaben wahrzunehmen.

Von der jetzt angestrebten Lösung ist Schaupp überzeugt: «Die Privatisierung des Schlosses wird sich in jeglicher Beziehung für die Stadt auszahlen.»

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