Stadt will Radwegeplan herausgeben

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Von Franz Summerer Kempten Radfahren ist in. Und damit sind nicht nur die Freizeit-Radler gemeint. Auch auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder Einkaufen strampeln sich immer mehr Pedalritter ab. Darauf reagiert die Stadt Kempten: Im Sommer soll ein Radwege-Stadtplan erscheinen. Der erste in Süddeutschland. Außerdem wird das Radwege-Netz weiter ausgebaut. Wir fragten dazu leidenschaftliche Radler: Was könnte denn für Radler in Kempten noch verbessert werden?

In mühevoller Kleinarbeit hat Stadtrat Bruno Steinmetz die Daten für den Radwege-Plan zusammengetragen. Der frühere Tiefbauamtsleiter schaute sich dazu jede Straße an und erarbeitete so zwei Pläne: einen für die Stadtverwaltung mit allen Details und einen öffentlichen für die Fahrradfahrer. Darin finden die Freunde des Drahtesels alle Radwege im gesamten Stadtgebiet samt Außenbereichen. 'Da wird man sehen, dass es sehr viele Möglichkeiten für Radler in Kempten gibt', weiß der Stadtrat. Mancherorts gibt es laut Steinmetz auch 'weiße Flecken für Radler', wie beispielsweise die Salzstraße. Überhaupt sei innerhalb des Rings kaum noch etwas machbar, um die Situation für Radfahrer wesentlich zu verbessern. Anders sehe es dagegen im Außenbereich aus.

Vorschlag Steinmetz: 'Ein wichtiger Lückenschluss wäre der Radweg von Hirschdorf nach Krugzell.'

Ein eigener Arbeitskreis, die Radwege-Kommission, kümmert sich um die Radler-Stadt Kempten. Darin sitzt auch Olaf Radeck, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC). Er lobt die Stadt grundsätzlich für ihre Radwege-Konzept. Im bayernweiten 'Fahrrad-Klima-Test' belegte Kempten 2005 den fünften Platz bei Städten unter 100 000 Einwohnern. Und jüngste Entwicklungen stimmen Radeck hoffnungsfroh: So würden eingezeichnete Radweg-Spuren auf den Straßen (beispielsweise in der Ludwigstraße oder Heggener Straße) für mehr Sicherheit sorgen, weil die Radler von den Autofahrern besser wahrgenommen werden. Dagegen führten eigene Radwege zu Unfällen, wenn Autos abbiegen oder aus Hofeinfahrten kommen. Dabei, so weiß Radeck, gibt es immer mehr Radler: 'In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Fahrrad-Verkehr in Kempten verdreifacht.'

Vorschlag Radeck: Was den ADFC-Vorsitzenden ärgert, sind die Fahrrad-Ständer in der Stadt. Entweder sind sie zu wenig (Beispiele: Rathaus/Verwaltungsgebäude, Kornhaus, Kempodium, Forum Allgäu). Oder es sind 'Felgen-Killer', also viel zu eng und scharfkantig, wie am Bahnhof-Ostseite.

Kritik am Radwege-Netz der Stadt übt Stadträtin und passionierte Radlerin Ingrid Jähnig: 'Es gibt kein lückenloses Netz an Radwegen in Kempten, vor allem die Quartiere sind untereinander nicht verbunden.' Als Beispiel nennt sie die Verbindung von Thingers in die Stadt. Da stehen Radler zwischen dem Weg an der Rottach und dem am Göhlenbach plötzlich vor einer Treppe. Dieses Hindernis sollte beseitigt werden. Außerdem müsste es mehr Radwege abseits der Hauptverkehrswege geben und eine bessere Markierung (mit roter Farbe) für Sicherheit sorgen.

Vorschlag Jähnig: Weitere Aktionen sollten fürs Radfahren werben. Beispielsweise könnte eine Aktion 'Mit dem Rad in die Schule' mehr Schüler zum radeln bringen.

Neue Wege geplant

Die Stadt will heuer einige neue Radwege anlegen. Wie Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann erläutert, sind darunter folgende Projekte vorgesehen:

Illerradweg: Heuer soll der Radweg vom Holzplatz unterhalb der Burghalde bis zur neuen Fußgängerbrücke an der Rosenau fortgeführt werden. Nächstes Jahr wird dann die Lücke bis zum Verschönerungsweg (große Illerbrücken am Ring) geschlossen.

Stadtweiher: Die Lücke zwischen Waldhorn - vorbei am Stadtweiher - und Lindauer Straße soll geschlossen werden.

Ludwigstraße: Im Zuge der grundlegenden Sanierung der Ludwigstraße in Sankt Mang zwischen Fabrikstraße und Stadtgrenze wird auch ein Radweg angelegt.

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