Projekt
Staatliche Berufliche Oberschule behandelt in besonderer Weise das Thema Unrat

Viel war gestern am Lumpigen Donnerstag in der Staatlichen Beruflichen Oberschule in der Aula los. Es standen allerdings keine Faschingsaktivitäten dahinter. Vielmehr sorgten attraktive Modelle und ihre maßgeschneiderten Kleider für viel Beifall im dicht besetzten Zuschauerraum. Die vorgeführte Mode hatte es in sich: Die Materialien stammten nämlich aus den heimischen Mülleimern der Schüler. Die Modenschau der besonderen Art war glanzvoller Höhepunkt der Abschlussveranstaltung zum fächerübergreifenden Schulprojekt «Trash Art» (das englische Wort «trash» bedeutet Müll, Unrat).

Ab Schuljahresbeginn im September hatte in diversen Fächern das Thema Müll auf dem Stundenplan gestanden. Bekannte Müllverwendungsvarianten wie sinnvolles Recycling gehörten ebenso zum Unterrichtsstoff wie die Folgen wilder Entsorgung für Menschen, Tiere und Natur. So erläuterten einige Schüler bei der Abschlussveranstaltung, welche Mengen Wasser eine Zigarettenkippe verunreinigen kann.

Wie gut Müll noch verwendet werden kann, zeigten die Schüler anhand von selbst gebastelten Skulpturen, Lampen und vor allem bei der Modenschau. «Im Januar haben wir in Gruppenarbeit begonnen, die Outfits aus Recyclingmaterial zu entwerfen und zu fertigen», so Kunsterzieherin Gudrun Mammana. Zwei Wochen lang sollten die Schüler dafür ihren heimischen Müll nach Verwertbarem durchforsten. «Anfangs gab es eine gewisse Ekelgrenze bei den Schülern», gesteht die Pädagogin.

Doch die Aversionen wurden rasch abgelegt und Kreativität und Spaß gewannen die Oberhand.

Tragbare Hingucker

Von avantgardistischen Modellen bis zu durchaus tragbaren Hinguckern zeigten die Schülermodels, was aus Müllsäcken, CDs, Kaffeebechern oder Verpackungsmaterial entstehen kann. Mitschülerin Stephanie Preller verlieh den Models mit professionellem Make-up und Frisuren den nötigen Feinschliff.

Passend zum «Trash Art»-Projekt war die Vorstellung des Marktoberdorfer Vereins «Müllstadtkinder Kairo». Der Verein unterstützt die Kinder in der Kairoer Müllstadt «15. Mai».

«Hier werden die Kinder gefördert, ihnen wird Schule und Ausbildung ermöglicht», erklärt Vereinsmitglied Susanne Allramseder, die früher selbst Schülerin der Staatlichen Beruflichen Oberschule war. Das diesjährige Hauptprojekt des Vereins ist die Spendensammlung für einen Trinkwasser-Tankwagen zur Versorgung der Müllstadtbewohner. Über die Lebensbedingungen in der Müllstadt und die Aktivitäten des Vereins gibt nach den Ferien noch bis zum 25. März eine Ausstellung in der Schule Einblick.

www.muellstadtkinder-kairo.de

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