St. Martin braucht mehr als nur ein Lifting

Marktoberdorf | af | St. Martin ist in die Jahre gekommen. Daher steht die größte Grundschule in Marktoberdorf vor einer umfassenden Sanierung. Der Brandschutz sei unzureichend, die Gebäude seien Energieschleudern und nicht behindertengerecht, die Turnhalle entspreche nicht Bedürfnissen der kleinen Sportler und weise Unfallpotenzial auf, gingen Architekt Thomas Traut und Stadtbaumeister Peter Münsch die Mängelliste durch. Unter dem Strich stehe der Stadtrat vor einem Millionenprojekt, das ihn noch einige Jahre beschäftigen werde, hieß es in der Sitzung des Bauausschusses.

Mehrfach wurde in den vergangenen Jahren versucht, die Schule auf Vordermann zu bringen. Allerdings blieb der durchschlagende Erfolg aus. Bei zwei Klassenräumen im dritten Stockwerk - eigentlich für Grundschulen nicht zulässig und nur dank Ausnahmegenehmigung erlaubt - zeigte Münsch es beispielhaft auf, was an Energie verloren geht: Ein Fenster ist mit Kunststoffrahmen ausgestattet, direkt angebaut ist eines mit Holzrahmen.

Sowohl Schule als auch das alte Schwesternheim von 1888 und die Musikschule wiesen einen Energiestandard auf, wie er vor 30, 40 Jahren üblich gewesen sei. Mangelhafte Dämmung, schlechte Wärmeverteilung und aufwendige Wärmeerzeugung kosteten die Stadt viel Geld.

Probleme gibt es auch beim Brandschutz. Zum Teil mangele es an einem zweiten Rettungsweg. Weil auch feuerhemmende Türen fehlen, könnten sich Rauch und Flammen im ganzen Schulgebäude ausbreiten, zeigte Traut auf.

Vordringlich sei die Umgestaltung von Turnhalle und Pausenhalle, beide Baujahr 1963, so Traut. Beide Räumlichkeiten seien nur über Stufen zu erreichen. Weil die Hallen auch außerhalb der Schulzeit genutzt werden, Gehbehinderte aber im Moment vor der Tür bleiben müssten, sollten eine Rampe und ein Aufzug Abhilfe schaffen.

In der Turnhalle sei der Schwingboden verbraucht. In den Toren zum Gerätelager könnten sich die Kinder üble Verletzungen zuziehen, außerdem seien sie kleiner als die dicken Matten. Es gebe keinen Prallschutz an den Wänden, die Sprossenwände stünden zu weit heraus. Einer umfassenden Sanierung bedürften auch die Umkleiden.

Kleine Anlage für Leichtathleten

Hinter der Halle könnte eine kleine Sportanlage mit 50-Meter-Laufbahn und Weitsprunggrube entstehen. Damit werde ein Wunsch der Schule erfüllt, da Leichtathletik bisher nur unter erschwerten Umständen betrieben werde könne. Die Kosten für diesen Bauabschnitt (Turnhalle, Aufzug, Sportanlage) bezifferte Traut einschließlich Nebenkosten auf 795 000 Euro netto. Mit geringerem Aufwand lasse sich der Gebäudeteil an der Eberle-Kögl-Straße so herrichten, dass barrierefrei sechs Klassenräume und die Fachräume zu erreichen seien.

In diesem Jahr ließen sich bei entsprechender Planung Gespräche mit den Zuschussgebern führen und im kommenden Jahr die Förderanträge stellen. Im nächsten Haushalt sollten dann die nötigen Mittel bereitgestellt werden. Im Laufe dieses Jahres sollte zudem ein Wärme- und Energiekonzept entwickelt werden, schlug Münsch vor. Einstimmig entschied sich der Bauausschuss für dieses Vorgehen.

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