Wildsteig
St. Jakob «auf der wilden Steig»

St. Jakob «auf der Wilden Steig», eine Station auf dem Jakobsweg zum Bodensee, war ursprünglich «Sankt Margarethen Gottshauß» - bis im 17. Jahrhundert die Rottenbucher Pröbste den Apostel zum Hauptpatron wählten. Jakobus, mit Johannes und Petrus der engste Weggefährte Jesu, erlitt im Jahr 43 als erster der Apostel den Martertod im Auftrag von König Herodes Agrippa, einem Feind der jungen Christengemeinde. Sein Gedenktag ist der 25. Juli.

Am Ort seines Martyriums steht die Jakobskirche in Jerusalem, seine Gebeine ruhen im Jakobskloster auf dem Horeb. In Spanien wurde verbreitet, seine Jünger hätten den Leichnam einem Schiff ohne Besatzung übergeben, das in Galizien anlandete. Auf dem «Sternenfeld» Compostela offenbarte sich um das Jahr 800 einem Eremiten sein vermeintliches Grab. König Alfonso ließ dort eine Kirche bauen und begründete damit die Wallfahrt nach Santiago de Compostela.

In den Machtkämpfen spanischer Herrscher gegen die Mauren stand Sant Jago als Ritter und Retter für das christliche Spanien und Compostela wurde zu einem der größten Pilgerziele der Christenheit. Heute gehen die Menschen den Camino auf der Suche nach erlebter Spiritualität oder auf der Suche nach sich selbst.

Für die Wildsteiger Kirche malte Franz Seraph Zwinck, der berühmteste aus der Zunft der Lüftlmaler, 1784 den letzten Gang des Jakobus. Sein Vorbild war Matthäus Günther, dessen großartige Fresken er in der Oberammergauer Pfarrkirche vor Augen hatte. Zwinck wohnte fast nebenan im Haus «beim Lüftl». Sein Bild ist zugleich eine Mahnung zur Umkehr.

Zu Tode geschleppt

Der Schriftgelehrte Josias, Anstifter zur Verurteilung des Jakobus, bekehrte sich angesichts der Standhaftigkeit des Heiligen. Auf Jakobus letztem Weg lag ein Lahmer am Boden und flehte ihn an, ihn gesund zu machen. «Im Namen Christi, für den ich nun zur Richtstatt geführt werde, steh auf und lobe den Herrn.» Die Worte des Apostels wurden erhört. Darauf warf sich Josias, der den Strick hielt, ihm zu Füßen und ließ sich taufen. Er wurde mit ihm zum Tode geschleppt.

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