Auszeichnung
SpVgg Kaufbeuren erhält als Sieger des DFB-Preises einen neuen Transporter

Ein Galaabend unter Fußballpromis wie beispielsweise Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, eine Auszeichnung und ein neuer Mercedes-Benz Vito für den Verein: Der Ausflug von Verantwortlichen der SpVgg Kaufbeuren nach Düsseldorf hat sich richtig gelohnt. Der Fußballverein, in dessen Jugendabteilung 30 bis 40 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben, landete beim «DFB und Mercedes-Benz-Integrationspreis» auf dem ersten Platz in der Kategorie «Verein». Überreicht wurden die Preise von zwei Nationalspielern, die beide einen Migrationshintergrund haben: vom Stürmer des VfB Stuttgart, Cacau, und der Frauen-Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi (SC 07 Bad Neuenahr).

Im Vorfeld wussten die Kaufbeurer nur, dass sie unter den besten drei Vereinen ihrer Kategorie gelandet sind, also mindestens ein Preisgeld von 5000 Euro bekommen würden. Dass es dann mit dem ersten Platz geklappt hat, löste am Montagabend großen Jubel bei den SVK-Verantwortlichen aus. «Wir sind glücklich, denn damit hatten wir nicht gerechnet. Insgeheim hatten wir auf den zweiten Platz spekuliert, da auch viele andere tolle Projekte im Rennen waren», erzählt Vorstandsmitglied Alfred Riermeier. Zusammen mit dem geschäftsführenden Vorstand Heinz Burzer und Pressesprecher Stefan Günter nahm er den Preis entgegen.

Die Spielvereinigung Kaufbeuren überzeugte die Jury mit ihrer «strategischen Herangehensweise», wie es in der Laudatio hieß. So schulte der Verein 2007 und 2008 zunächst alle Betreuer und Übungsleiter zu den Themen Gewaltprävention und interkulturelle Kompetenz. Auf dieser Basis wurden anschließend Fair-Play-Richtlinien erarbeitet, die für die gesamte Vereinsarbeit gelten. Der Verein veranstaltet regelmäßige Trainingscamps zur Toleranz- und Demokratie-Erziehung und baut aktuell ein lokales Integrationsnetzwerk für Jugendliche mit Migrationshintergrund auf. «Integration wollen wir in jeder Hinsicht vorleben.

Daher binden wir Schulen, die örtliche Polizei oder professionelle Anti-Aggressionstrainer ein und stellen unsere Ideen benachbarten Vereinen zur Verfügung», erklärt Stefan Günter, Pressesprecher des Vereins.

Für Riermeier, der bei der Stadt Kaufbeuren für Integrationsfragen zuständig ist, liegt der Erfolg der SVK im «kontinuierlichen Prozess». Der Verein lasse sich immer wieder etwas Neues einfallen und entwickle Ideen weiter. «Wer sich mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzt, der weiß, dass einem als Verein gar nichts anderes übrig bleibt», so Riermeier. Zum Teil hätte die SVK ihre Ideen schon anderen Vereinen vorgestellt. «Ich gehe davon aus, dass der Preis nun dahin gehend noch einmal einen Schub bringt», sagt Riermeier.

Nach dem Preis der Fleiß hieß es dann gestern für die geehrten Vereine. In einem Workshop wurden verschiedene Themenbereiche bearbeitet, die interkulturelle Zusammenarbeit im Sport betreffen, sowie die neuen Integrationsrichtlinien des DFB vorgestellt. Zur Belohnung ging es am Abend für alle Preisträger ins Stadion, wo gemeinsam das Länderspiel gegen Australien angeschaut wurde.

 

Nationalspieler Cacau, Ursula Schwarzenbart von Mercedes (von links) und Rolf Hocke, Vizepräsident des DFB (rechts), gratulierten den SVK-Verantwortlichen (von links) Heinz Burzer, Stefan Günter und Alfred Riermeier. Foto: GES-Sportfoto

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