Friedrichshafen
Sprung über 350-Kilo-Löwen

Der Beifall wird laut und lauter, steigert sich am Ende zu einem Tosen. Der Zirkus «Charles Knie» hat in Friedrichshafen eine bejubelte Premiere vor 1500 Zuschauern im ausverkauften Zelt gefeiert. «Charles Knie» gilt mittlerweile als Nummer zwei der Zirkus-Branche hierzulande - hinter «Krone». Europas größter Zirkus hat mehr Kapital, bietet mehr Glamour, das bombastischere Programm - sympathischer aber kommt «Charles Knie» rüber. Mit seinem jungen Direktor Sascha Melnjak zeigt er drei Stunden klassischen Zirkus, mit Tempo, Spannung, Nervenkitzel, Spaß und das alles dargeboten mit Herzblut.

Zu so einem Zirkus gehört ein außergewöhnliches Programm. «Charles Knie» hat es, einen Star der Branche inklusive: Alexander Lacey. Wer ihn mit seinen vier Löwen und vier Tigern in der Manage sieht, weiß, warum er vielen als bester Dompteur der Gegenwart gilt. Egal ob er seine Tiger über den 350 Kilogramm schweren Löwenmann «Massai» springen, oder sie in der Manege synchron rollen lässt - keiner dirigiert eine Raubtiernummer so spielerisch leicht wie der 33-jährige Engländer.

Der Dompteur ist das Aushängeschild von «Charles Knie» - andere stehen ihm in der Qualität aber wenig nach. «Versace» beispielsweise. Seit zwei Jahren begeistert der Mexikaner als Clown im Zirkus Knie. Der 33-Jährige gehört zu den poetischen Spaßmachern.

Er benötigt keine Worte - Mimik, Gestik und eine Trillerpfeife genügen ihm, um die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen «Das Wichtigste ist, dass man liebt, was man tut», sagt Ochoa Hernandez, der sich hinter «Versace» verbirgt. Wer sieht, mit welcher Hingabe er sich um sein Publikum bemüht, nimmt ihm das gerne ab.

Clowns gehören zum klassischen Zirkus dazu, genauso exotische Tiere: Marek Jama zeigt bei Charles Knie gleich eine ganze Bandbreite: Zwei indische Elefanten lässt er durch die Manege tanzen, mächtige Büffel, Kamele, Zebras und ein Emu noch dazu. Bei «Ringling Bros.&Barnum», dem weltgrößten Zirkus aus den USA, ist Anthony Wandruschka jahrelang aufgetreten. Bei «Charles Knie» wirbelt er erst als Jongleur Bälle und Keulen durch die Luft, später strapaziert er die Nerven der Zuschauer am Schwungtrapez.

In zehn Metern Höhe zeigt er ohne Netz und Longe Drehungen und den Sprung in den Fersenhang.

Was sich in den drei Stunden zwischen Manegenboden und Zeltkuppel abspielt, reißt das Publikum immer wieder zu tosendem Beifall hin - egal ob es die «Faltynis» mit ihrer rasanten Einradnummer sind, Elaine Courtny mit ihrer Luftakrobatik am Schwungseil, Monika Sperlich, die brennende Hula-Hoop-Reifen um sich kreisen lässt oder die jungen Mairen Brothers mit ihrer Handstand-Equilibristik auf dem Trike. Das ist und hat Klasse.

«Beifall ist das Brot des Artisten», sagt Wandruschka während seiner Vorführung. Den Zirkus-Künstlern im «Charles Knie» ist er gewiss. Minutenlang. Am Ende steht das halbe Zelt.

«Charles Knie» gastiert noch bis Sonntag in Friedrichshafen (Messe-Parkplatz 7), Aufführungen sind täglich um 16 und 20 Uhr, sonntags 11 und 16 Uhr. Ticket-Hotline (0171) 9462456.

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