Kempten
Sprinterin macht auch in Stöckelschuhen gute Figur

Schwung für die kommende Saison gibt der ehemaligen Kemptenerin Verena Sailer der Applaus bei der Sportgala. Wie berichtet war die 24-Jährige zur Kemptener Sportlerin des Jahres gekürt worden. Wegen einer Zerrung im Rücken hatte sie die letzten Wochen pausieren müssen und lässt die Hallensaison komplett sausen. Bei der Gala präsentierte sich die Sportmanagement-Studentin mit langen Ohrringen, extrem hohen Stöckelschuhen und kess um den Kopf geflochtenen Zöpfen frisch, sympathisch - und flott.

Deutschlands schnellste 100-Meter-Sprinterin (11,18 Sekunden) hat es an diesem Abend gar nicht eilig heimzukommen, sie genießt das Zusammensein mit ihren ehemaligen Leichtathletik-Kollegen des TV Kempten. Gerührt - mal lachend, mal fast mit Tränen in den Augen - nimmt sie die Laudatio ihrer ehemaligen TVK-Staffelkollegin Simone Salzger auf. Die 28-jährige angehende Ärztin erinnert daran, wie sie 2002 das erste Mal gegen Verena im 100-Meter-Sprint antrat, unterlag und sich dann dachte: «Sie ist schnell, aber auch richtig nett.» Salzger erinnert auch an die WM letztes Jahr in Berlin, wo sie freiwillige Helferin war und «stolz auf Vreni, weil sie ihre Leistung genau zur rechten Zeit abrufen konnte.» Verena war als Elfte in 11,18 Sekunden schnellste Europäerin und auch schnellste Weiße. Mit ihren Staffelkolleginnen Marion Wagner, Anne Möllinger und Cathleen Tschirch holte Verena Sailer in 42,87 Sekunden die Bronze-Medaille.

Sie spurtete als Schlussläuferin mit hochgerissenen Armen über die Ziellinie, stürzte und rief später lachend in die Mikrophone der deutschen Fernsehsender: «Für eine Medaille lege ich mich gerne mal auf die Schnauze.»

«Karten werden neu gemischt»

Die TVK-Kollegen (Verena ist seit 2000 Mitglied des Vereins) entrollen ein Banner im Stadttheater: «Verena Sailer - Europameisterin 2010». Wie schätzt sie ihre Chancen bei den Titelkämpfen in Barcelona ein? Die 24-Jährige sieht sich nicht als Favoritin, «denn jedes Jahr werden die Karten neu gemischt». Ihre härtesten Konkurrentinnen seien wohl die Sprinterinnen aus Russland und Großbritannien.

Natürlich würde sie sich freuen, den Titel über 4 x 100 m zu holen. «Allerdings muss eine Staffel erstmal den Vorlauf überstehen, damit im Finale alles glattgehen kann,» sagt die 1,66 Meter große, gebürtige Illertissenerin und denkt dabei wohl an die US-amerikanische Staffel, die bei der WM 2009 im Vorlauf wegen eines Fehlers ausschied. 2012 sei freilich auch schon in ihren Planungen. Dann sind die Olympischen Spiele in London. «Da möchte ich dabei sein.»

Im Sommer will Vreni wieder angreifen. Das Umfeld stimmt, sagt die Sprinterin. Sie folgte ihrem Trainer Valerij Bauer 2004 vom TV Kempten nach Erlangen (zu Quelle Fürth) und 2009 nach Mannheim.

Tolle Zeit erlebt

«Ich habe in Kempten eine tolle Zeit erlebt und komme immer wieder gerne zurück», ruft Verena Sailer von der Stadttheater-Bühne aus ins Publikum und freut sich - mit einem großen Blumenstrauß in den Händen - sichtlich über die Ehrung. Sie geht in dieser Nacht erst gegen zwei Uhr beschwingt nach Hause - als eine der letzten Gäste der Sportgala.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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