Kinder
Sprachförderprojekt der Augsburger Stundentinnen

Schule kann Spaß machen. In der ersten Klasse sowieso. Leon sieht man das an. Er kniet vor seinem Stuhl, die Sitzfläche dient ihm als Unterlage, und er malt begeistert ein Phantasiewesen mit extra langer Zunge. Studentin Katharina Hofmann schaut ihm über die Schulter: «Oh, ein ganz gefährlicher Grüffelo», sagt sie anerkennend.

Eine Momentaufnahme aus einer besonderen Unterrichtsstunde. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 1c der Elsbethenschule werden an diesem Vormittag von Studentinnen der Universität Augsburg unterrichtet, es läuft ein Sprachförderprojekt.

Musikpädagogin Andrea Friedhofen, Leiterin des Studiengangs für Elementare Musikpädagogik am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg, hat das Pilotprojekt entwickelt. Mit Musik und Rhythmik soll die Sprachentwicklung der Kinder gefördert werden. «Es geht nicht darum, kleine Mozarts aus ihnen zu machen. Es geht um die Transfereffekte der Musik. Musik hat mit Gefühl und Ausdruck zu tun, das wirkt sich auf die Sprachentwicklung aus», erklärt Friedhofen.

Leon und seine Klassenkameraden klatschen in die Hände und auf die Oberschenkel, ganz im Rhythmus des «Grüffelo»-Liedes: «Es hat feurige Augen, eine Zunge so lang, und Stacheln am Rücken, da wirds einem Bang.» Den Text können sie inzwischen auswendig, so oft haben sie es in dieser Stunde schon gehört, gesungen und gesprochen.

Finanzielle Unterstützung durch den Rotary Club

Mit Sprechversen, Liedern, Stimmspielen und auch mit Rhythmus-Instrumenten gestalten die Studentinnen eine Unterrichtsstunde pro Woche für die Schüler. Das Projekt findet das ganze Schuljahr über an der Elsbethen-, der Edith-Stein- und der Theodor-Heuss-Schule statt. Unterstützt wird es vom Rotary-Club Memmingen-Allgäuer Tor. Die Rotarier finanzieren die Fahrtkosten der Studenten, und sie haben eine Reihe von Instrumenten für die Schulen gekauft.

Afrikanische Trommeln, Djemben, Rasseln, Klanghölzer und Musikanlagen, damit sich die Buben und Mädchen selbst aufnehmen und abhören können.

«Wir haben das aus dem Erlös unserer Adventskalender-Aktion finanziert», sagt Präsident Dr.Richard Lehmann. Rotarierin Dr.Uta Sandig erklärt die Motivation: «Seit Jahren unterstützen wir die Sprachförderung in den Kindergärten. Da wollten wir weitermachen.»

Leon flüstert seiner Nachbarin etwas ins Ohr. Im Klassenzimmer ist es jetzt ganz ruhig geworden. Zum Schluss wird «Stille Post» gespielt, das geflüsterte Wort wandert von Ohr zu Ohr. Am Anfang hieß es bestimmt mal «Grüffelo».

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