Oberstdorf
Sportler rollern jetzt auf 6,8 Kilometern durchs Ried

Der Weg bis dahin war lang, die Bauphase kurz: Am Samstag, 3. Oktober, wird die Rollerbahn im Ried eröffnet. Mit 900000 Euro war die Baumaßnahme veranschlagt. Der Markt Oberstdorf sowie der Landkreis steuern je 50 000 Euro bei, die Restfinanzierung übernehmen weitgehend Bund, Land und die Nordische Skisport GmbH.

Die 2,8 Kilometer lange, anspruchsvolle Strecke im Zimmeroy wurde bereits 2003/04 im Vorfeld der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2005 realisiert. «Aus sportfachlicher Sicht war der Abschnitt am wichtigsten», sagt Stefan Huber, Geschäftsführer der Skisport- und Veranstaltungs-GmbH. Die Anbindung ans Langlaufstadion Ried sei damals vor allem aus finanziellen Gründen zurückgestellt worden.

Im Jahr nach der WM aber gingen die Planungen weiter: Ein entsprechender Antrag wurde bei Bund und Land eingereicht, Finanzierungsgespräche geführt und vor allem mit den Rechtlern wurde die Streckenführung diskutiert. Dass die 6,8 Kilometer lange Rollerbahn eine Funktionsfläche ist, darüber ist sich Huber klar. Er betont aber: Man habe versucht, den Flächenverbrauch und damit den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten.

Knapp 1,4 Hektar waren auszugleichen - in Teilen ist dies an der Sölleralpe bereits geschehen.

«Ziel war es, im Frühjahr mit den Bauarbeiten anzufangen. Verschiedene Punkte waren noch mit der Gemeinde zu klären, der Baubeginn verzögerte sich bis in den Juli», sagt Huber. Fest stand: Zum OPA-Alpencup soll die Bahn eröffnen. «Das Wetter hat mitgespielt, letzte Woche war Endabnahme», so der SVG-Geschäftsführer. Nur die Beschilderung fehlt noch - die solle im Frühjahr folgen, wenn der Sport auf erste Erfahrungen zurückgreifen kann.

Josef Geiger, Vorsitzender des Skiclubs Oberstdorf, begrüßt, dass die komplette Bahn endlich realisiert ist - gerade was die Sicherheit angeht. Mancher Sportler sei vorher auf öffentlicher Straße gerollert.

«Deutliche Qualitätssteigerung für den Hochleistungssport»

Skiinternatsgeschäftsführer Peter Bösl spricht zudem von einer deutlichen Qualitätssteigerung für den Hochleistungssport: Bis zu 40 Kilometer Training am Tag seien üblich - auf 2,8 Kilometern bislang eine eintönige Sache. Die Strecke Zimmeroy ist mit den neuen Abschnitten Riedwald und Burgstall über einen «Ringverkehr» verbunden. Bösl begrüßt zudem den Anschluss ans Langlaufstadion: Das Funktionsgebäude könne jetzt auch im Sommer von den Athleten genutzt werden - als Möglichkeit zum Umkleiden, für wissenschaftliche Untersuchungen oder beim Techniktraining mit Video. Mit der Bahn sei eine Notwendigkeit erledigt, betont Huber, um im Sommertraining mit Bundesstützpunkten und Landesleistungszentren mithalten zu können.

Was es bedeute, wenn Prädikate verloren gehen, sehe man am Eissportzentrum. Angedacht ist zudem eine touristische Nutzung der Anlage. «Das ist für Oberstdorf eine große Chance», so Huber - der Sport benötige die Bahn keine zwölf Stunden am Tag. Ob eine zeitliche Aufteilung sinnvoll wäre, um Konflikte zu vermeiden, müsse sich zeigen. Jetzt setzt Huber zunächst auf gegenseitige Rücksichtnahme: «Wichtig ist, dass sich alle an die Fahrtrichtung halten.»

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