Special Winter SPECIAL

Streumaterial
Splitt auf der Straße nervt - Volkszorn nach der «Krise» hat sich gelegt

Zu Zeiten der Kaufbeurer «Splitt-Krise» gabs zu wenig, jetzt ist es zu viel: Das Streumaterial bedeckt die schnee- und eisfreien Bürgersteige und Straßen in der Stadt. Die kleinen Steinchen mit den scharfen Kanten bohren sich in Fahrradreifen und Schuhsohlen, sorgen für längere Bremswege und Staub, zerkratzen Parkettböden und machen die Pfoten von Hunden wund.

Das Zeug knirscht bei jedem Schritt. Doch Abhilfe ist vorerst nicht in Sicht. Denn noch rückt die Straßenreinigung nicht aus, um den Splitt zusammenzukehren. Meteorologisch hat der Frühling zwar bereits begonnen, kalendarisch ist es aber erst in zwei Wochen so weit. Ob sich der Winter dann auch daran hält, sei dahingestellt. «Im Moment ist witterungsbedingt alles offen», sagt Straßenmeister Georg Trautwein vom städtischen Bauhof. Feuchtigkeit auf den Wegen und Straßen könne diese bei Minustemperaturen schnell noch mal in Rutschbahnen verwandeln. Die Winterdienst-Bereitschaft in Kaufbeuren werde deshalb generell bis Ende März aufrecht erhalten. Üblicherweise rückt die Straßenreinigung ab Anfang April aus, um den Splitt zusammenzukehren.

Viele waren sauer

Wer seinen Streuvorrat für den nächsten Winter schon jetzt auffüllen möchte, fegt am besten selbst die derzeit nutzlosen kleinen Steinchen vor der Haustür zusammen. Denn vermutlich wird die Stadt auch zum Jahresende wieder die Menge an kostenlosem Streumaterial für jeden Bürger rationieren. Dieses Vorgehen hatte im Dezember manchen Hohn und Spott nach sich gezogen; viele Bürger waren auch schlichtweg sauer. Die außergewöhnliche Aktion geht auf eine Entscheidung der Stadt und darauf folgende heftige Proteste der Bürger zurück. So waren im Winter 2009/10 noch mehr als 260 Kisten mit Streugut an den Straßenrändern aufgestellt, aus denen sich Anwohner kostenlos bedienen durften. Laut Stadt nahm der unsachgemäße Gebrauch jedoch zu.

Um die Kosten im Rahmen zu halten und zu verhindern, dass Mitarbeiter des Bauhofes bei ihrem Räumeinsatz vor leeren Kisten stehen, wurden diese in diesem Winter versperrt. Nach Bürgerbeschwerden lenkte die Stadt aber ein. Sie kündigte an, künftig einmal im Jahr vor Beginn der Wintersaison Splitt ohne Salzbeimengung an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet abzuladen. Dort dürfen Bürger kleine Mengen entnehmen.

Es liegt wohl nicht nur am derzeit frühlingshaften Wetter, dass sich die Situation nach der «Splitt-Krise» im Januar deutlich entspannt hat. Im Nachhinein zeigt sich die Stadt mit ihrem Vorgehen nämlich sehr zufrieden. «Das war ein ganz passabler Weg», so Baureferent Ralf Baur. Es seien keine Beschwerden mehr bekannt geworden. Im Gegenteil: «Man konnte an manchen Ausgabestellen noch lange Splitt abholen.

» Der Bedarf sei also gar nicht so groß gewesen. Das mag aber auch am Winter gelegen haben, der sich in den vergangenen Wochen nicht mehr gar so heftig gezeigt hatte, wie am Anfang. «Ob die Ausgabeaktion so im nächsten Winter wiederholt wird, steht noch nicht fest», so Baur. Eine Bilanz des Winterdienstes werde im Bauausschuss oder Stadtrat gezogen, und dafür sei es noch zu früh.

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