Eine besondere Dynamik
Spielertrainer Martin Spingler erklärt Erfolg des VfB Durach II

Wann hat es das in den hiesigen Fußball-Spielklassen schon mal gegeben, dass eine zweite Mannschaft nicht aufsteigen durfte, weil die erste Mannschaft schon in dieser Liga spielt?

So wie im aktuellen Fall des VfB Durach II, der als Meister der Kreisliga Süd nicht in die Bezirksliga aufsteigen darf, da dort die erste Mannschaft des VfB schon spielt.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas schon mal gegeben hatte", sagt Kreisspielleiter Elmar Rimmel (Kempten). Dies unterstreicht die außergewöhnliche Leistung, die Spielertrainer Martin Spingler (33) und seine Mannschaft in der vergangenen Saison vollbracht haben. Auch wenn die Reserve des VfB nicht aufsteigen darf, den Titelgewinn haben die Spieler und Verantwortlichen dennoch ausgiebig gefeiert, was im Gespräch mit Spingler hörbar war.

Herr Spingler, sind Sie erkältet?

Martin Spingler: Ja, irgendwie schon. Es ist die Nachwirkung von der Meisterfeier, die dann doch etwas länger gedauert hat.

Ist es ein Titel, ein Meister ohne Wert?

Spingler: Einen richtigen Nutzen hat es nicht. Aber wie heißt es doch: Aufsteigen kann jeder, Meister werden aber nur die Besten.

Macht es die Aufgabe leichter, die Mannschaft auf kommende Saison einzustellen, wenn alle den Meister aus der Vorsaison schlagen wollen?

Spingler: Leichter wird es nicht, die Jungs zu motivieren. Die Arbeit bleibt die gleiche. Was einfacher wird, ist die Spieler zu halten. Da sie wissen, dass auch in der zweiten Mannschaft in Durach ordentlich Fußball gespielt wird. Und der Spaßfaktor ist ohnehin vorhanden.

Wieso ist die Leistungsdichte beim VfB so hoch, dass gleich zwei Mannschaften in der Bezirksliga spielen konnten?

Spingler: Für die zweite Mannschaft gesprochen ist es so, dass wir einen guten Stamm haben. Allen voran Nicky Hubner und Florian Bihler, die auch schon in der Ersten gespielt haben. Dazu kommt, dass es innerhalb des Teams unheimlich stimmig ist. Das hat eine besondere Dynamik bekommen. Die Jungs waren immer heiß, obwohl wir ja wussten, dass wir nicht aufsteigen können.

Haben Sie als Trainer eine besondere Handschrift, die für den Erfolg steht?

Spingler: Ich hatte das Gefühl, dass ich in erster Linie positive Kritik üben muss. Wenn die Mannschaft in der Halbzeit in die Kabine kommt, spreche ich zunächst immer nur an, was gut gelaufen ist, was mir gefallen hat. Dann erst kommt, was schlecht war und was wir nach der Pause besser machen konnten. Das hat die Mannschaft stets dankbar aufgenommen.

Heißt das, anders ausgedrückt, Sie fassen die Spieler in erster Linie nur mit Samthandschuhen an?

Spingler: Es geht in dieser Liga, wo kein Spieler Geld bekommt, auch um gewisses Einfühlungsvermögen. Es geht vor allem darum, die Spieler bei Laune zu halten. Das muss aus einem selbst heraus kommen. Das kann man nicht lernen.

Woher kommt es bei Ihnen?

Spingler: Das habe ich wohl von meinem Vater gelernt. Von ihm hole ich mir regelmäßig am Wochenende beim Frühstück Tipps und Ratschläge.

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