Neugablonz
Spielerisches Spektakel

Auf Disziplin legt Dirk Hoffmann besonderen Wert. Wohl auch deshalb, weil dem neuen Trainer des BSK Olympia Neugablonz mangels selbiger die große Profikarriere versagt geblieben ist - das räumt er unverhohlen ein: «Ich hätte mehr aus mir machen können, habe die Chance aber verpasst.»

Geschnuppert hat der gebürtige Stolberger (Sachsen-Anhalt) am Berufsfußball nämlich durchaus, spielte als Jugendlicher stets in der höchsten Klasse der DDR, zählte später eine Saison lang gar zum Profikader von Zweitligist Rot-Weiß Erfurt, seiner fußballerischen Heimat. Ein Angebot vom damaligen holländischen Erstligisten Sparta Rotterdam lehnte er einst ab, weil er «zu jung und zu dumm» war. Als aktiver Spieler habe er jedenfalls eine Menge miterleben dürfen und gebe diese Erfahrung seit nunmehr zehn Jahren als Trainer weiter. «Höherklassig gespielt zu haben und auch mein Beruf helfen da natürlich weiter», erklärt der Diplom-Sportlehrer.

Profitieren soll davon künftig der Bezirksligist aus der Schmuckstadt. «Wir haben hier in Neugablonz gute Individualisten. Die interessante Herausforderung für mich ist, aus diesen Stückchen ein Ganzes zu formen», erläutert der 38-Jährige. In der Mannschaft, die ja traditionell ein Schmelztiegel von Spielern mit Migrationshintergrund ist, prallten verschiedene Mentalitäten aufeinander. «Die Jungs müssen das Spiel als Teamsport begreifen und sich einordnen. Dann kann hier richtig etwas zusammenwachsen», meint Hoffmann.

Sein Vorgänger Toni Pisanu war an dieser Aufgabe gescheitert, warf dem Team nach seinem Rücktritt «Respektlosigkeit» vor (wir berichteten). «Die Mannschaft weiß, dass ich Disziplin erwarte und sie eine gewisse Hierarchie und Regeln einhalten muss», erklärt der neue Übungsleiter, der kurz nach Amtsantritt umgehend einen Strafenkatalog einführte.

Es liege nun an ihm, die «große kreative Energie» in der talentierten BSK-Truppe zu bündeln. «Als ehemaliger Offensivspieler liegt meine Vorliebe im Angriff. Wir wollen das Spiel zum Spektakel machen», sagt der Coach. Modern und attraktiv, schnell und dynamisch solle es funktionieren, so wie zuletzt beim TSV Mindelheim. Diesen führte Hoffmann binnen zwei Jahren von der Kreisliga schnurstracks in die Bezirksoberliga. Seinen Wechsel von der Mindelheimer Trainerbank zum eine Klasse tiefer angesiedelten BSK empfindet er jedoch keineswegs als Rückschritt. «Der Verein ist ambitioniert, und die Bezirksliga ist sehr attraktiv, es gibt viele Derbys», so Hoffmann.

Eines davon findet in der kommenden Saison am zehnten Spieltag statt, wenn der SVO Germaringen zu Gast im Waldstadion sein wird. Von seinem Germaringer Kollegen Guido Kandziora hat Hoffmann eine hohe Meinung: «Wir haben eine ähnliche Laufbahn, was den Erfolg betrifft. Er ist ein sehr guter Trainer, der auch mit dem SVO erfolgreich sein wird.»

Kein Gedanke an das «A-Wort»

Wo die Neugablonzer am Saisonende selbst stehen werden, lässt der Inhaber der B-Lizenz offen. Auch starke Gegner könne man mit einem vollzähligen Aufgebot durchaus ärgern. An das «A-Wort» (Aufstieg) will Hoffmann aber zunächst nicht denken: «Lasst uns das heuer erst mal in die richtigen Bahnen lenken. Wenn das klappt, könnt ihr nächstes Jahr noch mal nachfragen.»

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