Kempten
Sparpaket der Regierung «ein ungerechter Weg»

Scharf kritisiert haben die Delegierten der IG Metall Kempten auf ihrer Delegiertenversammlung das Sparpaket der Bundesregierung. Aufgebracht diskutierten rund 60 Teilnehmer über die geplanten Maßnahmen sowie über Leiharbeit, Mindestlohn und die Rente mit 67. Die IG Metall beschloss einen «Heißen Herbst» und will diese Themen mit den Beschäftigten in die Betriebe tragen. Die Arbeitgeber könnten sich nicht raushalten.

Abgelehnt werden von der IG Metall Kempten die von der Bundesregierung beschlossenen Kürzungen, da dieser Weg ungerecht sei. Der Finanzsektor werde aus der Verantwortung und finanzieller Haftung entlassen, weil Möglichkeiten wie nationaler Lastenausgleich oder Finanztransaktionssteuer nicht einmal in Erwägung gezogen würden. «Wir lassen es nicht zu, dass erneut wir die Zeche zahlen und die Verursacher verschont bleiben», war die einstimmige Meinung.

Zusätzlich wird sich die IG Metall dafür stark machen, dass im Herbst bei der Überprüfung der Rente mit 67 dieser Entschluss zurückgenommen werde. Schon von Beginn an habe die IG Metall Kempten die Rente mit 67 kritisiert.

Erfahrungen aus Allgäuer Betrieben zeigten, dass die wenigsten Beschäftigten überhaupt bis 65 arbeiten könnten und die wenigsten Betriebe dementsprechende Arbeitsplätze zur Verfügung stellen können, so Dietmar Jansen, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Kempten. Durch die Rente mit 67 werde den Arbeitnehmern der Eintritt in die Rente erschwert, sowie die Rente effektiv in Höhe und Bezugsdauer gekürzt.

Bei Leiharbeit etwas bewegen

Auf große Kritik stieß auch die Leiharbeit und die damit verbundenen Arbeitsbedingungen. «Einstellungen sollen in vielen Betrieben ausschließlich über Leiharbeitsfirmen erfolgen», wusste Carlos Gil, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Kempten. Die Leiharbeitnehmer hätten wesentlich schlechtere Bedingungen - beispielsweise beim Verdienst, bei Urlaub oder bei Kündigungsfristen.

Das habe zur Folge, dass die Leiharbeitnehmer unter den schlechten Bedingungen zu leiden hätten und die besseren Bedingungen der Stammbelegschaft unter Druck gerieten. Auf diesem Gebiet müsse sich etwas bewegen.

Im «Heißen Herbst» will die IG Metall deshalb besonders auf das Thema Leiharbeit hinweisen. Insgesamt geplant sind Informationsstände im September und Oktober sowie Aktionen in den Städten. Ziel sei es, möglichst viele Bürger und Beschäftigte zu mobilisieren, um zu zeigen: Es müsse sich etwas im Land bewegen. (az)

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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