Stadtentwicklung
Sparkasse beflügelt Debatte um Parkhaus

Die Debatte um das Parkhaus Süd wirkt weit über das untere Ende der Altstadt hinaus. Neben dem Handel hat sich jetzt auch die Sparkasse für einen sofortigen Neubau des maroden Gebäudes ausgesprochen, das aus Sicherheitsgründen bis September 2011 abgerissen werden muss. «Uns darf der Süden nicht wegbrechen», sagt der Vorstandsvorsitzende Winfried Nusser auf Nachfrage der AZ. «Wir werden dazu beitragen, die Kundenfrequenz zu erhalten und das Problem zu lösen.»

In welcher Form sich die Bank einbringt und ob es ein finanzielles Engagement geben wird, wollte der Sparkassenchef konkret nicht sagen. Das Unternehmen sehe sich aber nicht nur für die Stadtentwicklung und den Einzelhandel in der Pflicht, sondern vertrete auch eigene Interessen, so Nusser. Denn die Sorge ist groß, dass die Kundenströme wegbleiben, wenn erst mal das Parkhaus abgerissen ist und das Modegeschäft C&A im Frühjahr von der Schraderstraße in die Fußgängerzone zieht. Davon wäre auch die Sparkasse betroffen, die ihre Kundenräume der Hauptstelle in der Passage zwischen der Ludwig- und der Kaiser-Max-Straße betreibt.

Damit bekommt die Diskussion um den Zeitpunkt für den Wiederaufbau des Parkhauses Süd eine neue Dynamik. Bisher sah das Vorgehen der Stadt die Errichtung von 150 provisorischen, ebenerdigen Stellplätzen anstelle des abgerissenen Parkhauses vor. Die Suche nach einem Konzept und vor allem einem möglichen Investor für das neue Gebäude hätte sich damit entzerrt.

Die Sorge dabei: Eine solche Zwischenlösung könnte einer schnellen neuen baulichen Entwicklungen möglicherweise auch im Wege stehen. Zudem fallen damit vorübergehend immer noch rund 300 Stellplätze am südlichen Ende der Altstadt weg, die bisher im Parkhaus zur Verfügung standen.

Mittlerweile verfestigt sich in der Geschäftswelt offenbar die Ansicht, dass eine umgehende Lösung existenziell für die Belebung der Altstadt ist. Zusätzlich wird der Süden nämlich durch die Ansiedlung des Modemarktes Röther am nördlichen Ende der Fußgängerzone geschwächt. Röther will bereits im Herbst 2011 eröffnen. «Warum also mit dem Abriss des Parkhauses Süd bis zum letzten Termin im September warten?», fragt Nusser vielsagend.

Während die Diskussion um das Parkhaus Süd weitergeht, hat die Sparkasse bei ihren Umbauvorhaben mitten in der Altstadt bereits klare Entscheidungen getroffen. Bis zu einer Klärung der Fragen legt der Sparkassenvorstand die Erweiterung der Hauptstelle sowie den Umbau ihres Finanzcenters am Salzmarkt in die Warteschleife. Wie berichtet, möchte die Bank in die Erweiterung ihrer Hauptgeschäftsstelle auch das historische Gasthaus Traube baulich mit einbeziehen.

Die Sparkassenräume mit Publikumsverkehr im Erdgeschoss sollen sich zudem der Passage mehr öffnen. Der Plan sieht vor, dass in der Folge die Immobilien- und Vermögensverwaltung, die derzeit noch im Sparkassengebäude am Salzmarkt residiert, in das Hauptgebäude umzieht. Ebenso die Selbstbedienungseinrichtungen im Erdgeschoss.

Bank setzt auf Frequenz

Für das Haus am Salzmarkt, das den südlichen Eingang zur Fußgängerzone darstellt, verfolgt die Sparkasse die Vision einer neuen, öffentlichen Nutzung - etwa in Form einer Markthalle oder von Geschäften. «Wir wollen Frequenz da rein bringen, wovon auch die Sparkasse profitieren würde», so Nusser. Das allerdings setze eine Lösung für den Süden der Altstadt voraus.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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