Bauarbeiten
Später Widerstand formiert sich

Vor mehr als einem Jahr ereignete sich ein tödlicher Unfall an der Mauerstettener Straße stadtauswärts in Richtung Gewerbegebiet. Damals meldeten sich AZ-Leser und fragten, warum es dort keinen Weg gibt. Die Stadt versprach Abhilfe - am heutigen Montag soll der Bau beginnen. Dagegen wenden sich nun Anlieger: Sie wollen Unterschriften sammeln und eine Bürgerinitiative gründen. Das könne ein «Stuttgart 21» für Kaufbeuren werden, sagt es ein Anlieger überspitzt.

Gegner sehen keinen Bedarf

Die Gegner sehen in erster Linie keinen Bedarf für den Rad- und Fußweg, der von der Margeritenstraße bis zur Melchior-Elch-Straße am Gewerbegebiet auf der linken Seite der Mauerstettener Straße geplant ist. «Da ist doch gar kein Fußgängerbetrieb», glaubt der Anlieger.

Der Sicherheitsaspekt sei auch kein Argument. Zwar habe es dort einen tragischen Unfall gegeben, doch schon früher habe es dort einen tödlichen Vorfall gegeben - und damals sei nichts passiert. Zudem seien abwärtsfahrende Radler auf dem neuen Weg eher ein Sicherheitsrisiko, da sie mit schnellem Tempo drei einmündende Querstraßen überqueren würden. «Und bergauf werden die Radler auch weiterhin schieben.

» Außerdem sei der Weg Unfug, da er stadteinwärts an der Margeritenstraße und vor der Bahnunterführung ende. «Das ist eine Mausefalle», meint der Anlieger. Denn unter der engen Brücke gebe es keinen Weg: «Aber dort ist er sinnvoll.» Schließlich seien die Anlieger auch wegen der Kosten wenig erfreut: Vermutlich bekomme die Stadt Zuschüsse, aber die Anlieger blieben auf den Kosten sitzen.

Das könnte in der Tat so sein: Eine erste Kostenschätzung ging von 420000 Euro aus - das wolle die Stadt aber nur stemmen, wenn es Fördermittel gebe. Die Anlieger müssten dabei anteilig beteiligt werden, erklärt Ulrich Hofmair, Leiter der städtischen Tiefbauabteilung. Doch für den Weg gebe es Bedarf, versichert er.

Denn in der Melchior-Elch-Straße sei bereits ein Rad- und Fußweg von der Straße Am Ring (in der Nähe des Kreisels zur B12) zur Hälfte gebaut - der Rest zur Mauerstettener Straße soll noch erschlossen werden. Mit dem geplanten Radweg in der Mauerstettener Straße gebe es dann einen Rundweg, der zugleich an überregionale Wege angeschlossen sei, so Hofmair. Dadurch werde es auch erhöhten Publikumsverkehr geben.

Aber natürlich diene der Weg auch der Verkehrssicherheit. Denn bislang müssten Radler und Fußgänger auf oder an der Straße laufen. Der tödliche Unfall habe die fehlende Sicherheit deutlich gemacht. Daran würden auch keine auf dem neuen Weg bergab rasenden Radler etwas ändern: «Sind die ohne Radweg sicherer», fragt Hofmair. Allerdings gibt er zu, dass die Bahnunterführung ein Engpass bleibe.

Daran könne die Stadt vorerst wenig ändern. Denn die Brücke gehöre der Deutschen Bahn. Eine Erweiterung mit Wegen darunter sei also deren Aufgabe - auch finanziell. «Es sei denn, die Stadt überzeuge die Bahn und übernähme auch die Kosten», so Hofmair. Das allerdings könne sich die Stadt nicht leisten.

Heute wird die Baustelle eingerichtet. Voraussichtlich am Mittwoch beginnen die Bauarbeiten. Ob die Argumente des Abteilungsleiters die Anlieger überzeugen können, wird sich zeigen: Denn die Stadt hat zu einer Informationsveranstaltung zu dem Thema für Montag, 29. November, um 19 Uhr in den Schwabenhof (Mauerstettener Straße 2) geladen.

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