Kempten
Sorgen in den Kneipen

Mit einigen Schließungen in der Gastronomie rechnen die Kemptener Wirte. Sie gehen davon aus, dass das striktere Rauchverbot, das durch den Volksentscheid am Sonntag erwirkt wurde, vielen Gästen den Besuch in der Kneipe vergällen wird. Wie die Umsetzung in der Praxis ab 1. August aussieht, ist noch unklar.

Einer, der das Rauchverbot als «Schlag ins Gesicht» empfindet, ist Günter Huber, selbst übrigens Nichtraucher. Seit fast 30 Jahren ist er Chef in der Spielbar Pic2: «Meine Gäste rauchen alle, mein Personal genauso», erzählt er, «mich hat das Ergebnis am Sonntag erschüttert.» Er vermutet, dass viele die Tragweite des Entscheids vorher gar nicht erfasst haben.

Der hiesige Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands, Rüdiger Preschl, sieht ebenfalls schwarz für manche kleine Kneipe: «Rauchen und ein Bier trinken gehört dort halt zusammen.» Er kann sich noch gut erinnern an die erste Phase des Rauchverbots in Bayern, als einige Wirte Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent verzeichneten. In seinem Betrieb, dem Storchennest, stellt er nun einen geplanten Umbau zurück. Viele seiner Kollegen würden ebenfalls Investitionen für Raucherräume streichen - «zum Schaden der örtlichen Handwerker.»

Relativ gelassen reagieren die Wirte auf der Allgäuer Festwoche auf das künftige Rauchverbot in den Zelten. «Wir sehen das nicht als großes Problem», sagt Hans Schmid, der im Bierzelt das Sagen hat. Schließlich gebe es ums Zelt herum genügend Freiflächen. Auf die neue Regelung werde an den Eingängen hingewiesen.

Die Zigarettenautomaten sind bereits abbestellt. Wenn jemand partout im Zelt rauchen sollte, werde der Sicherheitsdienst reagieren. Auch in der Parkterrasse geht Wirt Hans Heel nicht davon aus, dass es Probleme geben wird. «Wir werden dafür sorgen, dass unsere Raucher auch überdachte Plätze haben.»

Dass sich das künftige Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern einspielt, darauf vertraut Stadtdirektor Wolfgang Klaus. «Die Sozialkontrolle wird funktionieren», ist er überzeugt. Sprich: Wenn sich jemand in öffentlichen Räumen vom Qualm gestört fühlt, wird er den jeweiligen Raucher darauf hinweisen. Das Rauchverbot durchzusetzen haben nach Angaben des Rechtsreferenten die jeweiligen Wirte. Wenn dies etwa bei angetrunkenen Provokateuren nicht gelingt, bleibe der Ruf nach der Polizei. Die Beamten verfolgen Verstöße als Ordnungswidrigkeit. Ein Bußgeld kann sich auf bis zu 1000 Euro belaufen. (se)

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