Sonntags einkaufen, aber nicht arbeiten

Kempten | az | 'Arbeiten am Sonntag - auf dem Weg zum 7-Tage-Alltag?' Über dieses Thema diskutiert die Initiative Gebet am Montag, 18. Februar, mit dem Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche Dr. Johannes Friedrich. Dazu wollte die Initiative bei einer Umfrage in Kempten wissen: 'Sollen die Geschäfte auch am Sonntag offen sein?' Das Ergebnis von mehreren hundert Befragten: Ein Drittel will zwar am Sonntag einkaufen, aber 80 Prozent wollen auf gar keinen Fall selbst am Sonntag arbeiten.

'Für viele bayerische Politiker ist die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten sowohl unter der Woche als auch am Sonntag kein Thema, über das es sich groß lohnen würde zu reden', bedauert die evangelische Pfarrerin Susanne Januschke-Ortmann von der Initiative Gebet. Es werde stets argumentiert, dass am Sonntag die Geschäfte nur selten und unter besonderen Umständen öffnen dürfen. Zum Beispiel bei Märkten oder Aktionstagen.

Aus Sicht der Initiative Gebet werden die Ladenöffnungszeiten 'schleichend' aufgeweicht. Wenn rundum alle Dämme brechen, könne man sich dem womöglich nicht entziehen. Rund ein Viertel aller Berufstätigen muss nach Kenntnis der Initiative, in der sich Vertreter der katholischen sowie evangelischen Kirche und der Freikirche engagieren, schon am Sonntag arbeiten - und zwar nicht nur bei Tätigkeiten, die der Allgemeinheit dienen (wie Krankenhaus oder Polizei), sondern auch in der Gastronomie oder an Tankstellen.

Dabei wollen die wenigsten an Sonn- und Feiertagen arbeiten: Fast 80 Prozent der Befragten zwischen 16 und 83 Jahren lehnen Sonntagsarbeit ab. Besonders ausgeprägt sei dies bei Verheirateten und Personen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Aber selbst die Mehrheit der Ledigen will an Sonntagen Ruhe haben.

Wie dann viele Menschen die Freizeit an Sonn- und Feiertagen nutzen wollen, passt nach Meinung der Initiative nicht so recht zusammen. Fast die Hälfte der jungen Leute bis 20 und der Ledigen würde nämlich am liebsten einen Einkaufsbummel machen. Mit zunehmendem Lebensalter werde dieses Interesse allerdings immer geringer und bei den über 50-Jährigen plädiert nur noch einer von zehn für offene Läden am Sonntag. Über einen arbeitsfreien Sonntag zu reden biete sich deshalb gerade in Wahlkampfzeiten an. So wurden die Parteien aufgefordert, ihre Haltung zur Sonntagsöffnung zu erklären.

Die Diskussion mit Landesbischof Dr. Johanns Friedrich ist am Montag, 18. Februar, 19 Uhr im Kolpinghaus.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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