Solche Bilder vergisst man nicht

Simmerberg/Kyankwanzi | ver | Die Bräune im Gesicht ist ein bisschen verblasst - die Eindrücke dagegen haben nichts von ihrer Kraft verloren: Wenn Maria Geiger von ihrer Reise nach Uganda erzählt, ist ihr anzumerken, dass sie die Erfahrung überwältigt hat. 'Aus Erzählungen wusste ich einiges', sagt sie. Auf die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen war sie aber nicht vorbereitet: 'Das ist unbeschreiblich.'

Zweieinhalb Wochen war Maria Geiger im Dorf Kyankwanzi in Uganda - und sie kam nicht mit leeren Taschen: Im Vorfeld ihrer Reise hatte die 76-Jährige die Westallgäuer gebeten, ein Brunnenprojekt mit Spenden zu unterstützen. Auf dem Konto fanden sich am Ende 7100 Euro - 'das hätte ich mir nie träumen lassen', sagt Geiger: 'Ich bedanke mich herzlich bei den Menschen - auch für ihr Vertrauen.'

Tanks für Wasserversorgung

Geigers Mitreisende aus der Pfarreiengemeinschaft Bad Grönenbach (Unterallgäu), die eine Freundschaft mit Kyankwanzi pflegt, hatten etwa die gleiche Summe dabei. Mit dem Geld soll ein Brunnenloch, das versiegt ist, tiefer gegraben und befestigt werden. Auch sei geplant, Tanks zu kaufen, die Regen auffangen und die Schule mit Wasser versorgen sollen.

Die Freude der Menschen sei riesengroß gewesen: 'Mich haben so viele Leute umarmt - überall, wo man hinkam.' Ortsgeistlicher Vater Andrew Kaggwa gab Geiger einen Brief mit, in dem er den Spendern 'aus ganzem Herzen dankt'. Einmal sei sie allein durch einen Slum gelaufen, erzählt Geiger, 'die Kinder haben sich hingekniet, wenn sie ein Bonbon bekommen haben. Da fühlte man sich wirklich beschämt'.

Untergebracht waren Geiger und ihre Mitreisenden in einem gerade fertiggestellten Mädchenhaus, ein gemauertes Haus mit vier Zimmern und einer Toilette. Solche Errungenschaften sind neu in Kyankwanzi: Die meisten Menschen leben laut Geiger in Hütten aus Lehm oder Erdziegeln mit einem Dach aus Stroh. 'Wer’s gut hat, besitzt schon eins aus Blech.' Essen - meist Reis, Maisbrei oder gekochte Bananen - wird draußen auf offener Feuerstelle gekocht. Geiger erinnert sich an den Schlafsaal der Schule für Kinder, die von weit her kommen: 'Da sind 80 Kinder in einem Raum, es steht Bett an Bett und es gibt nicht mal einen befestigten Boden. Sonst sind da nur Nägel, an denen die Kinder ihre Sachen aufhängen. Solche Bilder kann man nicht vergessen.'

Für die Menschen von Kyankwanzi war wohl das Abendessen unvergesslich, das ihre Besucher ihnen zubereiteten: Käsnudeln. 'Zuerst wollten wir Kässpatzen machen, aber über offenem Feuer geht das nicht.' Der Nachfrage tat das keinen Abbruch - 'es waren mehr als 50 Leute, manche kamen sogar aus dem Busch, um mit uns zu essen', erzählt Geiger. Für sie war die Zeit in Uganda nicht nur eine erlebnisreiche Reise, sondern auch eine menschlich beeindruckende Erfahrung: 'Ich glaube jeder, der einmal da war, will wieder dorthin - das kann ich verstehen.'

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