Stiefenhofen
Sogar die Decke swingt

«Wir werden uns bei jeder Probe fühlen wie im Tonstudio», schwärmt Markus Rasch, Vorsitzender des Stiefenhofener Musikvereins, beim «Deckenfest» für den neuen Proberaum. Der ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich.

Im Untergeschoss des Stiefenhofener Feuerwehrhaus schaffen die Musiker mit Unterstützung der Gemeinde einen hochmodernen Proberaum. Dabei wird größter Wert auf die Akustik gelegt. Ein professioneller Raumakustiker hat die Berechnungen gemacht. Umgesetzt wird die Arbeit von den Mitgliedern des Musikvereins, unterstützt von Sängern, Kirchenchor und Trachtlern, die den Raum später auch nutzen werden.

Prunkstück des Proberaumes ist eine neuartige Knauf-Akustikdecke. Frei schwebend hängt sie in den Raum. Sie ist in der Mitte stark nach unten gewölbt und gibt dem einstigen Kellerraum einen ganz eigenen Charakter.

Tausende kleine Löcher im Deckenbelag, hinter dem sich eine spezielle Akustik-Dämpfungsfolie befindet, brechen die Schallwellen von Tuba, Posaune und den anderen Instrumenten. So hören sich Musik und Gesang unverfälscht und ohne Schall und ungewollte Rückkoppelungen an. «Falsche Töne liegen dann sicher nicht mehr am Proberaum», scherzt Dirigent Roman Bauer, der es kaum erwarten kann, bis der Proberaum im Oktober endlich eingeweiht werden kann.

Bürgermeister Toni Wolf ist stolz auf das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen und in seinem Bauausschuss. «Alles ist bisher reibungslos gelaufen und es gab - was beim Bauen nicht ungewöhnlich wäre - keinerlei Streit, dafür aber viel Spaß.» Besonders gefreut hat den Bürgermeister der Einsatz von Josef Schorr. Der Akustikdeckenbauer ist weder Vereinsmitglied noch Musiker.

Als er von dem Proberaumprojekt in seinem Wohnort hörte, engagierte er einen Deckenspezialistenbautrupp und installierte in drei Tagen die Decke fachmännisch und umsonst.

Das Akustikkonzept hört nicht bei der Decke auf. Albert Stocklauser hat in seinem Jahresurlaub nichts anderes gemacht, als spezielle, auf den Raum angepasste Möbel zu schreinern. Die Oberflächen bekommen eine spezielle Akustikstruktur mit dahinter liegender Membrane.

Damit die Musiker bei jeder Probe ein Konzertsaalgefühl haben, wird sich Markus Rasch, im Hauptberuf Malermeister und Spezialist für Farbkonzepte, auch in der farblichen Raumgestaltung um den guten Ton bemühen. Kräftige Farben wird er - so wie in der Musik - harmonisch mit weichen Tönen arrangieren. «Sodass auch noch in 40 Jahren die Leute sagen, dass die Stiefenhofener 2009 was Gutes geschaffen haben.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen