Corona-Krise - Zwischenbilanz
Söder informiert über Ausgangsbeschränkungen: "Wer zu früh aufsteht, riskiert einen Rückfall."

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (Symbolbild)
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  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von Holger Mock

Die Corona-Krise ist noch längst nicht überwunden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am Montag nach den ersten neun Tagen der Ausgangsbeschränkungen eine erste Zwischenbilanz gezogen und betont, dass die Ausgangsbeschränkungen vorläufig fortgesetzt werden müssen.

Es sei "wie bei anderen Krankheiten auch: Wer zu früh aufsteht, riskiert einen Rückfall", so Söder. Es gebe immer noch eine exponentielle Entwicklung bei der Ansteckung mit dem Coronavirus. Aber: "Die Kurve flacht etwas ab." Vor den Ausgangsbeschränkungen, dem gesellschaftlichen Shut Down, habe sich die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus alle 2,8 Tage verdoppelt, jetzt verdoppele sie sich nur noch etwa alle fünf Tage. Alleine seit den Schulschließungen sei die Zahl der täglichen Neuinfektionen um rund acht Prozent gesunken. Die Maßnahme sei also wirksam, müsse aber unbedingt fortgesetzt werden.

Zu früh für "Exit"-Diskussionen

Wichtig sei, dass die Bevölkerung nicht sorglos mit der Situation umgehe. So kommt für Söder eine Exit-Debatte, also die Diskussion darum, dass die Ausgangsbeschränkungen wieder aufgehoben werden sollen, "zur Unzeit". Erst Mitte April seien belastbare Zahlen und Erkenntnisse da, erst dann könne man entscheiden, wie es weitergeht.

Mit Blick auf Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen sagte Söder: "Dankeschön, es verhalten sich viele großartig." Einige Wenige hätten es am Wochenende wieder übertrieben, aber man wolle Sanktionen mit Fingerspitzengefühl tätigen. Seine Empfehlung gegen den Wohnungskoller: "Einfach mal wieder anrufen. Digitale Möglichkeiten nutzen."

Gesundheitssystem wird weiter hochgefahren. Söders Krankenhausplan: Bei Überbelegung einzelner Kliniken Transport in andere Kliniken. Wo möglich, sollen alte, nicht mehr genutzte Krankenhäuser reaktiviert werden. Das Personal soll weiter verstärkt werden. Die Bayerische Staatsregierung will einen Stab von 3.000 Personen zusammenstellen, um ein Tracking-Tracing-System aufzubauen. So will man dem Coronavirus und seiner Verbreitung auf die Spur kommen. Dazu können beispielsweise auch Beamte aus dem Polizeidienst herangezogen werden.

Industrie soll Produktion umstellen auf Schutzmasken

"Ein Engpass ist und bleibt das Material", so Söder. Der Engpass betrifft vor allem Krankenhäuser und Arztpraxen. Allerdings sei auch hier die Situation mittlerweile deutlich besser geworden. Allein am vergangenen Wochenende habe Bayern eine Million Masken bekommen, die jetzt auch polizeilich bewacht werden. Um die Engpässe weiter auszugleichen, solle die Industrie noch mehr unterstützen, indem sie Produktionen umstellt und Schutzmasken herstellt. Siemens beispielsweise werde jetzt bis zu eine Million Masken pro Woche herstellen. Wichtig dabei laut Söder: "Nicht nur Kapazitäten ordern, sondern auch Verfahren beschleunigen."

Am Ende schwor Söder noch die Bevölkerung ein auf die kommenden zwei Wochen. "Ich weiß, dass es keine leichte Zeit ist, darf ihnen aber versichern: Es ist notwendig. Wir handeln im Einklang mit dem, was Experten empfehlen. Wir müssen die Zeit überbrücken, bis Impfstoffe da sind."

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