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Ostern

Tierisch
So viele Osterhasen auf einem Haufen! Zu Besuch beim Rassekaninchenzuchtverein in Kempten

Horst Bräuninger ist seit zwölf Jahren Vorstand im Rassekaninchenzuchtverein B276 in Kempten. 'Viele haben ja daheim Kaninchen und betreiben das als Hobby. Wir sind darauf aus, reinrassige Kaninchen zu züchten', erzählt der 69-Jährige. Aber warum? Warum wird man Kaninchenzüchter?

Angefangen hat seine Liebe zu den Vierbeinern, vor etlichen Jahren, als er seiner Tochter ein Kaninchen zu Ostern schenkte. Aus einem Hasen wurden dann zwei und irgendwann kam die Idee, in den Kaninchenzuchtverein einzutreten.

Wie bei anderen Tieren, gibt es auch bei Kaninchen verschiedene Rassen

Bräuninger kennt circa 80 Kaninchenrassen. Er selbst züchtet die Rasse Deutsche Widder Weiß. Die werden etwa sechs bis sieben Kilogramm schwer, wenn sie ausgewachsen sind. Jede Rasse hat andere Merkmale, auf die es ankommt. Seine Widderkaninchen müssen zum Beispiel einen Widderkopf mit einer Rammsnase haben, so Bräuninger. Es gibt einen Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter, der vorgibt, wie jede Rasse aussehen muss und wie schwer sie sein darf. Um den genauen Stammbaum zurückverfolgen zu können, sind im Zuchtverein alle Häschen tätowiert.

In der Regel zieht Horst Bräuninger bis zu 50 Kaninchen im Jahr auf. Und ist damit auch ziemlich erfolgreich: Der 69-Jährige wurde schon zum Bayerischen Landesmeister gekürt und besitzt zahlreiche Voralpen- und Bezirksmeistertitel.

Kaninchen züchten: ein kostspieliges und zeitaufwendiges Hobby

Am besten ist es, wenn man schon in der Jugend mit Kaninchenzüchten anfängt und sich dann langsam hocharbeitet, sagt Bräuninger. Da müssen allerdings auch die Eltern zustimmen, denn Zeitaufwand und Kosten dürfen nicht unterschätzt werden. Die meisten, die in den Verein kommen, haben schon eine gewisse Vorstellung, welche Rasse sie züchten möchten. Ansonsten gibt es einen Katalog, der die verschiedenen Kaninchenrassen vorstellt.

Jeden Monat treffen sich die Züchter des Vereins, um sich über die Neuheiten der Kaninchenzucht auszutauschen. Dann stellt immer ein Vereinsmitglied eines seiner Kaninchen vor und die anderen Züchter beurteilen es. Da wird dann auf die Fehler, aber auch auf die guten Merkmale des Kaninchens hingewiesen, erzählt der Vorstand.

Die Hütten des Rassekaninchenzuchtvereins befinden sich am Illerradweg. Jeder Züchter hat dort eine 20 Quadratmeter große Hütte mit Käfigen für die Kaninchen. Reicht der Platz nicht aus, stehen auch noch Außenställe zur Verfügung.

Pünktlich zum Frühjahr gibt es auch wieder Nachwuchs bei den Kaninchen. Die Tragezeit von Kaninchen dauert zwischen 28 und 32 Tagen. Normalerweise könnte man fünf bis sechsmal im Jahr die Kaninchen decken, aber das macht man eigentlich nicht, denn das schadet dem Tier. Jede Aufzucht ist eine große Anstrengung für die Häsin, so der Vorstand.

Kaninchen sind keine Hasen

Kaninchen sind Höhlentiere. Sie bauen sich eine Höhle und bringen ihre Jungen nackt und blind zur Welt. Innerhalb von zehn Tagen bekommen die Jungkaninchen ihr Fell und öffnen die Augen. Davor liegen sie nur mit geschlossenen Augen im Nest und die Häsin (so heißt das weibliche Kaninchen, obwohl es kein Hase ist) versorgt sie.

Der Hase hingegen ist ein Wildtier. Hasen bringen ihre Jungen oberirdisch mit offenen Augen und Fell zur Welt. Hasen kann man nicht züchten, sie lassen sich nicht domestizieren. Auch eine Kreuzung ist nicht möglich. Da stimmt irgendetwas mit den Chromosomen nicht, sagt Horst Bräuninger.

Und was hat es jetzt mit dem Osterhasen auf sich? Bräuninger glaubt, es liegt daran, dass Ostern auch als ein Fest der Fruchtbarkeit bezeichnet wird. Eier waren früher ein sehr wichtiges Nahrungsmittel. Deshalb brauchte man auch ein besonders fruchtbares Tier, das die Eier an die Kinder verteilte. Und so wurde aus dem fruchtbaren Kaninchen der Osterhase. Ob das so war, weiß wohl niemand.

Autor:

Redaktion all-in.de aus Kempten

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