Ottobeuren
«So geht man mit Menschen nicht um»

Auf dem Ottobeurer Marktplatz brandet immer wieder Applaus auf. Auch Bravo-Rufe sind zu hören, wenn die Redner von den Leistungen des fristlos gekündigten Ärztlichen Direktors und Chefarztes Dr.Wolfgang Pflederer sprechen. Gut 600 Menschen sind an diesem Samstagvormittag zu einer Demonstration gekommen und bekunden ihre Solidarität mit dem geschassten Mediziner der Ottobeurer Kreisklinik. Aber auch mit dem Vorstand der Unterallgäuer Kreiskliniken Alfons Hawner, der ebenfalls seinen Hut nehmen musste. Die Organisatoren der Demo fordern die Rücknahme der Kündigungen bis zur rechtlichen Klärung des Sachverhalts.

Wie berichtet, soll Pflederer eine fünfstellige Summe zweckentfremdet haben, um sie für die Finanzierung eines Mitarbeiters zu verwenden. Dies soll zum Nachteil der Kreiskliniken geschehen sein. Klinikenvorstand Hawner soll über diese Vorgänge informiert gewesen sein.

Zu der Demonstration aufgerufen hatten die Ottobeurer Ortsverbände von CSU und SPD sowie die Bunte Liste Ottobeuren und die Vorsitzende des Klinik-Fördervereins Siegrid Epple. << Wir bekunden unsere Verbundenheit mit Dr. Pflederer, dem Klinikpersonal und den Patienten >>, sagt CSU-Ortsvorsitzender Rolf Steinhauser und betont: << Wir haben Sorge um den Bestand unserer Klinik. >> Seinen Worten nach << geht man mit Menschen nicht so um, die für die Krankenhäuser und die Region so viel getan haben - egal, was passiert ist >>.

<< Wir werden kämpfen >>

Fördervereins-Vorsitzende Epple zeigt sich gerührt davon, << dass so viele Menschen gekommen sind, die ein Herz und keinen Stein in der Brust haben >>. Den Familien Pflederer und Hawner versichert sie: << Wir werden die menschenverachtende Kampagne gegen Sie nicht hinnehmen und kämpfen, bis Ihr guter Ruf wieder hergestellt ist. >> Denn sie glaube nicht, dass die beiden Entlassenen << etwas Unrechtes getan haben >>.

Indes fordert Franz Josef Rau von Landrat Hans-Joachim Weirather die Offenlegung der Kündigungsgründe, um weiteren Spekulationen entgegenzuwirken.

Gleichzeitig äußert der Gründungsvorstand des Klinik-Fördervereins die Sorge, dass ohne Pflederer jetzt weniger Patienten nach Ottobeuren kommen werden und somit die Zukunft des Hauses gefährdet sein könnte. << Wir brauchen ein tragfähiges und Erfolg versprechendes Konzept, damit Ottobeuren weiter ein starkes Standbein der Unterallgäuer Kreiskliniken bleibt. >>

Am Ende der Demonstration kritisiert schließlich Ottobeurens SPD-Chef und Mohren-Wirt Richard Kaulitz, dass Pflederer und Hawner vor ihrer Entlassung nicht persönlich vor dem Verwaltungsrat der Kreiskliniken Stellung nehmen durften: << Ohne Gespräch kann ich nicht einmal eine Putzfrau im Mohren entlassen. >>

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