Skifahren und Snowboarden gehören im Allgäu zum Winter einfach dazu

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Was gibt es im Winter schöneres, als sich bei traumhaftem Wetter in die nahen Skigebiete zu begeben und den Hang hinunter zu wedeln? Gerade hier im Allgäu ist das Skifahren beziehungsweise Snowboarden Volkssport. Die Bergwacht Kaufbeuren gibt Tipps, was wichtig ist, wenn Sie sich im Winter in alpines Gelände begeben.

Höhere Geschwindigkeit Martin Ebert, Ausbildungsleiter bei der Bergwacht Kaufbeuren, erklärt, dass die Geschwindigkeiten in den vergangenen Jahren stark zugenommen hätten. Dies liege mitunter am immer weiterentwickelten Material sowie auch am Können der Wintersportler. Trotzdem mahnt er stets die Geschwindigkeit und die Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anzupassen, um niemanden zu gefährden. Auf der Piste gelten dann die FIS-Verhaltensregeln, die man an jedem Lift findet. Ein Helm schützt Gerade wer zu schnell unterwegs ist, riskiert neben den typischen Verletzungen an Beinen und Knie auch Kopf- und Oberkörperverletzungen. 'Fahrer ohne Helm sieht man auf den Pisten glücklicherweise kaum noch, das ist vorbildlich', so der Bergwachtler. Passiert auf der Piste ein Unfall gelten im Groben die gleichen Verhaltensregeln wie bei einem Verkehrsunfall. So sollte zuerst die Unfallstelle abgesichert werden. Dazu stellen die Ersthelfer etwa zehn Meter oberhalb des Verunglückten beziehungsweise vor einer Kuppe die Skier gekreuzt in den Schnee. Bei schlechter Sicht ist es zudem ratsam einen Warnposten dort aufzustellen, der die Alpin-Sportler auch verbal vor der Unfallstelle warnt. Erste Hilfe Dann gilt es Erste Hilfe zu leisten. Dazu wird überprüft, ob der Verletzte bei Bewusstsein ist. Falls nicht kontrolliert man die Atmung. Ist keine vorhanden, umgehend mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Atmet das Unfallopfer selbstständig, wird es in die stabile Seitenlage gebracht. Ein wichtiger Faktor bei Unfällen auf der Piste ist das Auskühlen des Körpers. Gerade Verletzte sollten mit einer Rettungsdecke oder einer Jacke zugedeckt werden. Vorsicht beim Setzen auf die Rettungsdeck – im Schnee kann dies leicht zur ungeplanten Rutschaktion werden. Notruf 112 Hilfe kann in fast allen europäischen Ländern über die Notrufnummer 112 geholt werden. Erkundigen Sie sich am Besten bei der Ankunft im Skigebiet danach. Ebenfalls gilt es sich immer den Namen des letzten Liftes zu merken, mit dem man gefahren ist. So kann man den Einsatzkräften erklären, wo der Unfall passiert ist. Wichtig: Legen Sie nicht auf bis das Rettungspersonal das Gespräch beendet, im Zweifelsfall einfach nachfragen. Ist kein Handy verfügbar, kann auch jemand zum Lift fahren und dem Personal vom Unfall berichten. Vorsicht geboten Vertraute Personen sollten aber immer beim Unfallopfer bleiben, es beruhigen und sich nach dem Zustand erkundigen. 'Aus Erfahrung weiß ich, dass beispielsweise eine triviale Beinverletzung zuerst mehr schmerzt als eine gefährliche Kopfverletzung', erklärt Ebert. Im Gespräch kann man auf solche Dinge aufmerksam werden und diese dem Rettungsdienst mitteilen, um schnelle Hilfe zu gewährleisten. Sprechen Sie auch immer mit dem Unfallopfer ab, was Sie tun. Der Verletzte weiß meist genau, was ihm gut tut. Es bringt nichts, ihn gegen seinen Willen in die Schocklage zu bringen. Trend 'Freeriden' Immer mehr Wintersportler interessieren sich für das sogenannte 'Freeriden', das Skifahren oder Snowboarden außerhalb der präparierten Pisten. Die Bergwacht Kaufbeuren empfiehlt dieses Vergnügen allerdings nur erfahrenen Alpinisten, die sich der Gefahren bewusst sind. Als größte gilt die Lawinengefahr. Die Ausrüstung sollte der eines Tourengehers entsprechen. 'Auf jeden Fall gehören ein Verschütteten-Such-Gerät, eine Lawinensonde und eine Schaufel in den Rucksack', erklärt Ebert. Denn im Unglücksfall geht es um Minuten, die über Leben und Tod entscheiden. Geübte brauchen für die Bergung eines verschütteten Kameraden etwa fünf Minuten. Bis eine organisierte Rettung vor Ort ist, vergeht wertvolle Zeit, in der die Überlebenschancen rapide sinken. Spezielle Kurse dazu gibt es beim Alpenverein sowie bei Skischulen. Lawinenwarndienst Bevor es in die Berge geht, sollte immer der Lawinenlagebericht gecheckt werden. Diesen findet man immer aktuell im Internet unter www.lawinenwarndienst-bayern.de Generell gibt es fünf Lawinenwarnstufen. Die meisten Unfälle passieren bei Stufe 3. Während bei Stufe 5 und 4 fast alle Alpin-Sportler Zuhause bleiben, gilt es bei den anderen Stufen zu entscheiden, wie viel Risiko man auf sich nehmen möchte. 'Da hilft nur Erfahrung', weiß der Bergwachtler. Wer regelmäßig in alpinem Gelände unterwegs ist, kann die Gefahren ganz gut einschätzen. Zudem helfen auch hier Kurse beim Alpenverein und der Skischule, um sich Wissen anzueignen, das im Zweifelsfall Leben retten kann. Bergwacht Kaufbeuren Die Bergwacht Kaufbeuren besteht derzeit aus 14 aktiven Einsatzkräften und 16 Anwärtern, die sich noch in Ausbildung befinden, und arbeitet eng mit der Bergwacht Füssen zusammen. So teilen sie sich beispielsweise im Winter den Bereitschaftsdienst am Tegelberg. Zudem betreut die Bergwacht Kaufbeuren auch die Loipen rund um Kauf- beuren und unterstützt den Rettungsdienst. Nähere Informationen zur Bergwacht Kaufbeuren finden Interessierte im Internet unter www.bergwacht-kaufbeuren.de

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