Special Allgäuer Festwoche SPECIAL

Kempten
Sisch halt immer des Gleiche von wegen!

Eine Ausnahme-Veranstaltung war die Allgäuer Festwoche von Anfang an: Nach vielen Jahren der Entbehrung wurde 1949 wieder ein Starkbier gebraut. 'Da gab es enorm viele Besoffene', erzählt Organisationsleiter Heinz Buhmann. Er hat in den vergangenen 25 Jahren diese größte Veranstaltung in der Region mit geprägt und auch vieles aus den Anfangsjahren zu berichten. Mit ihm beleuchtet die AZ Wandel und Tradition auf der Allgäuer Festwoche.

Gewachsen ist sie in ihren 60 Jahren, diese Allgäuer Festwoche. 'Früher gab es vielleicht 100 Termine im Rahmenprogramm, heute sind wir bei 500', erzählt Buhmann. Es könnte damit sogar ein Limit erreicht sein, überlegen manche Festwochengänger und -Macher. Liebgewonnen haben die Besucher etliche Klassiker wie das Radkriterium, die Residenzhofserenade und die Thementage. Oder das Lichterfest. 'Da wären wir schlecht beraten, wenn wir darauf verzichten würden', sagt Buhmann. Das stimmungsvolle Leuchten im nächtlichen Stadtpark zieht jedes Jahr tausende Besucher an. Anderes hatte keinen Bestand. Die 'Bladenight', in der die Kemptener Hauptverkehrsstraßen wegen der Inline-Skater gesperrt waren, ist nach wenigen Auflagen sang- und klanglos wieder aus dem Programm verschwunden.

In der Wirtschaftsausstellung gab es in jüngster Vergangenheit eine ähnliche Entwicklung: 'Der IT-Bereich war vor wenigen Jahren stark präsent', sagt Buhmann, 'heuer ist keine einzige Firma aus dieser Branche da.' Dafür boomen Themen wie Gesundheit, Wellness, Tourismus. Gut vertreten sind nach wie vor Maschinen und Haushaltswaren. Kemptener kaufen ihren Gemüsehobel traditionell auf der Festwoche.

Der Wandel in der Landwirtschaft schlägt sich natürlich auch in der Ausstellung nieder. 'Viel professioneller als früher' stellten sich Bauern und deren Geschäftspartner dar. Allerdings sei der Bereich nicht prägend für die Wirtschaftsschau – auch wenn der eine oder andere beim Stichwort Festwoche sofort an Güllemixer, Kuhschwanzhalter und Kälberiglu denkt.

Junges Publikum in Tracht

Und die Besucher? Jünger ist das Publikum geworden. Abends ist Remmidemmi, die Festwoche gilt als die Party des Jahres. Was die Mode anbelangt, darf man ohne Übertreibung vom Trendsetter Festwoche sprechen. Dirndl und Lederhose gehören auch für viele Jugendliche zum guten Ton.

Wie vor 60 Jahren ist auch heuer der Alkohol ein Thema. Einige sprechen dem Festbier bisweilen über das gesunde Maß hinaus zu. Nachdem die Festwoche eine Zeitlang in ein schiefes Licht zu geraten drohte, haben die Verantwortlichen etliche Maßnahmen gegen einen übertriebenen Alkoholkonsum ergriffen. 'Und unsere Konzepte greifen', betont Buhmann, die Festwoche sei sicher.

Sicherer als in den 80er Jahren allemal – damals waren Schlägereien mit 40, 50 Beteiligten an der Nachtordnung. Im Weinzelt war seinerzeit noch Betrieb bis um 2 Uhr in der Früh. Heute undenkbar. Da sind die Festwochengänger längst mit dem kostenlosen Bus nach Hause gefahren.

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