Allgäu
«Singende Köche» sind schon fast perfekt

«Ein Mops kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei, da nahm der Koch den Löffel und schlug den Mops entzwei.» Buchloe Fröhliche Kinderstimmen schallen durch die Küche der Buchloer Hauptschule. Steffen hat das Kinderlied über den rabiaten Koch angestimmt, während er konzentriert die Gelben Rüben in kleine Stücke schneidet. «Passts so?», fragt der Junge. «Nein, noch mal halb so klein», erklärt ihm Rosemarie Blümel geduldig.

Zusammen mit Christiane Eberhard, pädagogische Leiterin der Vhs-Musikschule, leitet sie den Kurs «Singende Köche» der Buchloer Ferienfreizeit. «Im Nu war der Kurs ausgebucht», erzählt Eberhard, die im vergangenen Jahr die Idee hatte. Sie - und scheinbar auch die neun Mädchen und sechs Buben zwischen sieben und elf Jahren - ist überzeugt von der «super Kombination».

Kinder bei der Stange halten

Es sei schwierig, Kinder einen ganzen Tag lang nur mit Kochen beziehungsweise nur mit Singen bei der Stange zu halten. Die leidenschaftliche Hobbyköchin Rosemarie Blümel, die in diesem Jahr zum ersten Mal dabei ist, ist begeistert. «Ihr seid ja schon perfekt», lobt sie die kleinen Nachwuchsköche, die eifrig bürsten, schälen, schneiden, Käse reiben und rühren. Ohne Murren und Motzen übernehmen die Mädchen und Buben auch die weniger angenehmen Aufgaben, wie Abspülen, Abräumen oder Tisch abwischen.

Steffen schlägt sogar vor, demnächst einen Kurs «Richtiges Fensterputzen» anzubieten. Plant da etwa jemand eine Karriere als Hausmann? Eberhard schmunzelt: «Da würden sich die Hauptschüler aber umschauen, wenn nach den Ferien alle Fenster sauber sind.»

Aus ihrem eigenen Garten hat Rosemarie Blümel frische Kräuter mitgebracht. Sie erklärt den Kindern, wie man daraus kleine «Kräuterboschen» bindet, die dann in die Tomatensoße kommen: «Die Kräuter sollen nur ihren Geschmack abgeben, später holen wir sie wieder heraus.» Die Kinder lernen unter anderem wie frischer Sellerie aussieht - und vor allem schmeckt. Ab und zu wandert ein Stück Tomate oder Karotte direkt in den Mund. Tapfer schneiden sie auch die Zwiebeln in feine Würfel. Da fließt zwar so manche Träne, aber gejammert wird nicht.

Der Zeitplan ist straff durchorganisiert. Aus den Fehlern des vergangenen Jahres hat Eberhard gelernt. Damals war das Menü viel zu kompliziert: «Es muss so einfach sein, dass noch Zeit zum Singen bleibt.» Außerdem legt sie viel Wert darauf, dass etwas auf den Tisch kommt, was zur Jahreszeit passt: «Und die Tomatensaison hat ja gerade eben begonnen.»

Bio-Bananen und Kekse

Als kleine Stärkung gibt es für die fleißigen Küchenhelfer Bio-Bananen und ein paar Kekse - bis das Essen fertig ist, dauert es ja noch eine Weile. Praktisch: Der Musikraum liegt genau gegenüber auf der anderen Seite des Flurs, sodass die Gruppe - während die Tomatensoße auf dem Herd köchelt - das nächste Lied «Durch die Wüste zieht a Karawan» einstudieren kann. Insgesamt drei Lieder präsentieren die «Singenden Köche» dann beim Abschlusskonzert am Nachmittag ihren Eltern.

Rosemarie Blümel zieht nach einem schönen, aber auch anstrengenden Tag eine positive Bilanz: «Die haben ratzeputz aufgegessen. Es hat gerade so gereicht.» Im nächsten Jahr will sie wieder dabei sein.

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