Kempten
Sind alle Waffen korrekt gelagert?

Post von der Stadtverwaltung haben 971 Kemptener Waffenbesitzer bekommen. Sie sollen nachweisen, dass sie ihre Waffen sicher aufbewahren. Dazu sind sie aufgrund einer Gesetzesänderung verpflichtet, die als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden durchgesetzt wurde. Dort hatte ein 17-Jähriger mit einer Pistole seines Vaters ein Blutbad angerichtet.

«Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Waffenbesitzer ihre Waffen ordnungsgemäß unterbringen», erläutert der stellvertretende Leiter des Kemptener Rechts- und Ordnungsamts Alwin Wegmann. Denn das Waffengesetz schreibt für verschiedene Waffen Behältnisse mit unterschiedlichen Schutzklassen vor. Außerdem sollten Waffenbesitzer mit der Aktion sensibilisiert werden.

Den Nachweis erbringen sollen die Waffenbesitzer, indem sie der Kommune eine Herstellerbescheinigung oder eine Rechnung für ihr Behältnis schicken. Wenn sie diese nicht mehr haben, können sie auch ein Foto einsenden. Darauf muss erkennbar sein, welcher Sicherheitsstufe und welcher Norm der Behälter entspricht.

Bisher haben laut Wegmann etwa 200 Waffenbesitzer auf das Schreiben der Stadt reagiert. Der Rest hat noch bis zum 25. September Zeit. «Auffällig bei den bisherigen Rückläufen ist, dass zahlreiche Waffenbesitzer wegen dieser Aktion ihre Waffen und die Besitzkarten abgegeben haben», sagt er weiter. Es gibt seiner Aussage nach die Möglichkeit, Waffen kostenlos bei der Polizei oder beim Rechts- und Ordnungsamt abzugeben. Sollte jemand nicht in der Lage sein die Waffen selbst abzugeben, hole sie die Polizei auch ab.

«Durch Winnenden ist ein unheimlicher Aktionismus entstanden», kritisiert Josef Beer die Politik. Auch seine Kunden würden dies als negativ empfinden. Der Inhaber von Waffen Beer sieht sehr wohl einen Sinn darin, gefährliche Kurzwaffen wie Pistolen in einem Sicherheitsschrank zu lagern.

Aber dass die Leute sich jetzt für Kleinkalibergewehre einen teuren Behälter kaufen müssen, gehe zu weit. «Manchen ist es das einfach nicht wert und sie geben ihre Waffen ab», sagt Beer. Er kann sich vorstellen, dass genau dies auch mit dem neuen Gesetz erreicht werden soll.

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