Füssen
«Sieger, das sind wir » - und die Spendenempfänger

Der große blaue Mond steht am schwarzen Himmel über der kunterbunten Müllhalde. Er beobachtet das turbulente Treffen der Jellical-Katzen, die auf ihren Stammvater Old Deuteronomy warten. Er wird in dieser Nacht eine der Katzen auswählen, die in den «Heavyside Layer», den Himmel der Katzen, auffahren darf, um wiedergeboren zu werden, denn eine Katze hat mehrere Leben.

Die 28 Buben und Mädchen, die die Geschichte auf die Bühne des Festspielhauses Füssen bringen, gehen in ihren Rollen auf. Sie werden zum aufreizender Hardrock Kater Rum-Tum-Tugger (Lisa Fichtl), zur verletzten Glamourkatze Grizabella (Maria Henne), chaotischen Mungojerrie (Lisa Kircher) und Rumpleteazer (Lisa Guggemos), behäbigen Old Deuteronomy (Caroline Mayr) oder magischen Mr. Mistoffelees (Irina Reuter), um nur einige zu nennen.

Knisternde Spannung nimmt die Zuschauer in ihren Bann. Ruhige, mit Zauber behaftete Momente wechseln mit einem heftigen Paukenschlag in fetzige Tanz- und Akrobatikszenen.

Plötzlich springen 28 Schüler und Schülerinnen aus Rieden, Füssen und Umgebung vom Trampolin atemberaubende Salti, durch Reifen über Ringe, schlagen Räder, jonglieren mit Bällen und fahren mit dem Einrad Figuren, springen zu zweit durchs lange Doppelseil oder zeigen ihr Temperament bei mitreißenden Tanzeinlagen zu «See you later alligator» oder «Sex bomb».

«Sieger, das sind wir » singt selbstbewusst der Chor unter der Leitung von Gabi Senn oder «Gute Freunde kann niemand trennen.». Diese beiden Songs lassen den großen Zusammenhalt aller Mitstreiter auf der Bühne erkennen, die unter der Regie von Alfred «Alu» Meiershofer wieder zu Höchstleistungen auflaufen.

«Nach der ersten Aufführung im März in Rieden haben wir für die Aufführungen im Festspielhaus jeden Sonntag, außer in den Sommerferien, fünf Stunden in der Turnhalle trainiert. Manchmal auch draußen am See», so der Lehrer im Unruhestand. Er brennt für das Theater und ist grenzenlos «stolz auf diese Truppe».

Maske mittlerweile professionell

«Wir haben tolle Unterstützung von allen Seiten erhalten. Die Männer am Wertstoffhof haben unsere Kulisse zusammengetragen, ein Vater hat die Teile im Hänger ins Festspielhaus transportiert, die Mütter haben ihre Kinder zu den Trainingszeiten gefahren und unsere Maske ist mittlerweile auf professionellem Niveau».

Zur Benefizveranstaltung am Freitagabend fanden sich viele offizielle Besucher ein, darunter Schirmherrin Dr. Irene Epple-Waigel. Sie dankte allen Akteuren vor und hinter den Kulissen für deren Einsatz für die gute Sache. Der Reinerlös fließt der «Kartei der Not», dem Hilfswerk unserer Zeitung, zu. Der Kindergarten Rieden wird ebenfalls mit einer Geldspende bedacht und auch «Wellcome», ein Projekt, das junge Familien unterstützen will, soll in Füssen einen weiteren Anlaufpunkt erhalten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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