Siedlung für Großfamilien: Noch keine endgültige Entscheidung über Standort getroffen

Oberallgäu Favorit der Immler-Brüder Allgäu (raf). Der Standort für die Errichtung einer Siedlung für Großfamilien im Allgäu ist nach wie vor offen. 'Wir sind mit der Stadt Kaufbeuren und zwei weiteren Kommunen im Gespräch', so die Brüder Jakob und Karl Immler. Doch auch weitere Standorte kämen in Frage. Wie berichtet, wollen die Unternehmer aus Isny die Siedlung aus den Erträgen ihrer eigenen Stiftung (Grundkapital 30 Millionen Euro) bauen. Nötig ist eine Grundfläche von sieben Hektar.

Großfamilien effektiv helfen - das ist das erklärte Ziel der Brüder. 'Wir sind mit fünf weiteren Geschwistern groß geworden, unsere Eltern sind daheim gestorben - diese prägenden Erfahrungen möchten wir auch anderen ermöglichen', so Jakob Immler im Gespräch mit unserer Zeitung. Deshalb wollen die Brüder nach und nach 50 Generationen-Wohnhäuser errichten (Wohnfläche 300, Grundstücksfläche 800 Quadratmeter). Die Häuser wollen die Immlers Familien für den monatlichen Obulus von einem Euro überlassen.

Wer einziehen will, muss freilich etliche Bedingungen erfüllen: So setzen die Brüder etwa voraus, dass die Bewohner mindestens vier Kinder haben und 20 Stunden gemeinnützige Arbeit pro Monat leisten. Außerdem müssen Großeltern (alternativ zwei Verwandte oder befreundete Senioren im Alter von mindestens 55 Jahren) einziehen. Dass diese Bedingungen mitunter auf harsche Kritik stoßen, ficht die Initiatoren nicht an: 'Wir wollen nichts Böses - und wir zwingen niemanden, bei uns zu wohnen', so Karl Immler.

Verwirklichen möchten beide das bundesweit einmalige Projekt ausschließlich im Allgäu: 'Denn hier ist unsere Heimat.' Da sich in Isny nach ihrer Schilderung zu den gewünschten Bedingungen keine Fläche habe finden lassen, käme nun als Standort jede Allgäuer Stadt oder Großgemeinde ab etwa 15 000 Einwohnern in Frage. Voraussetzung: Die Siedlung werde nicht zum Satellit, sondern liege inmitten der bestehenden Bebauung. Wobei das Oberallgäu durch seine Nähe zu Isny erklärter Standort-Favorit der Brüder sei.

Ausdrücklich begrüßt wird das eigenwillige Vorhaben der beiden Unternehmer nicht nur von Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, sondern auch von Landrat Gebhard Kaiser. 'Wir müssen mehr tun, damit Großfamilien nicht in der Armut landen', trommelt Kaiser für das Projekt. Für besonders interessant hält er das 'kleine Modell' der Brüder, bei dem durch Gemeinden oder Investoren einzelne Häuser errichtet und dann an die Stiftung vermietet werden.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen