Seeg
Sie spielen niemals gegeneinander

Ihr liebstes Spielgerät wiegt weniger als drei Gramm, hat einen Durchmesser von 40 Millimetern und kann bis zu 170 Stundenkilometer schnell werden: ein Tischtennisball. Und mit dem können Louisa (12) und Theresa Keppeler (10) sehr gut umgehen. Die Seeger Schwestern sammeln Pokale wie andere Briefmarken. Allerdings gibt es eine eiserne Regel - die Schwestern spielen niemals gegeneinander. «Das endet nur im Streit», sagt Theresa.

Nur durch Zufall kam Louisa zum Tischtennisspielen. Ein Aushang des TSV Seeg für ein Turnier in der Schule gefiel ihr. Untrainiert holte sie prompt den zweiten Platz des Wettkampfs. Da war sie acht Jahre alt. Zwei Jahre später begeisterte sich auch ihre kleine Schwester Theresa für Tischtennis.

Jungs diskutieren nicht so viel

Heute spielen beide zusammen in einer Jugendgruppe des TSV. «In der vierten, fünften Klasse habe ich ein Jahr in der Jungenmanschaft gespielt. Das hat viel Spaß gemacht, weil die Jungs nicht so viel diskutieren», erzählt die zwölfjährige Louisa und blickt kichernd zu Theresa. Obwohl das Verhältnis zwischen den Schwestern harmonisch wirkt, mögen die beiden es überhaupt nicht, gegeneinander zu spielen. «Das endet nur im Streit. Die eine sagt: Es steht 3:4! Dann sagt die andere: Nein, es steht 5:3!», so Theresa.

Neben den zwei Trainingseinheiten jede Woche spielen die Mädchen manchmal in ihrer Freizeit Tischtennis. «Aber dann nur mit Freunden oder Eltern und nicht mit der Schwester», sagt Theresa.

Aufgeregt vor Wettkämpfen ist die Realschülerin so gut wie nie. Sie spielt zum Spaß. «Natürlich möchte ich auch gewinnen, aber nicht, um unbedingt den ersten Platz zu erreichen», meint Theresa. Ihre große Schwester Louisa ist dagegen ehrgeiziger und vor Wettkämpfen auch «manchmal ein bisschen nervös».

Keine Feindschaft

Etwa, als sie beim Kreisranglistenturnier in diesem Jahr im Finale auf ihre langjährige Gegnerin Eva Bader aus Kraftisried stieß. «Zwischen uns besteht zwar keine Feindschaft, aber sie spielt genauso lange Tischtennis wie ich. Da ist sie für mich schon eine Konkurrenz», sagt Louisa. «Ich habe vorher schon geahnt, dass wir am Ende aufeinander treffen werden, weil sie einfach die Beste von allen anderen ist.» Theresa meint daraufhin zu ihrer Schwester: «Als du das Spiel gewonnen hast, hast du dich schon sehr gefreut.» Louisa macht aber auch klar: «Wenn ich verliere und es fair ist, dann bin ich aber auch nicht traurig.» Wenn es um Wettkämpfe geht, sind die Schwestern in einem Punkt einig: Ihre Eltern dürfen nicht zusehen. «Manchmal sind sie schon dabei, wenn man uns hinfahren muss. Aber mir ist das unangenehm, weil ich dann aufgeregter bin», erklärt Louisa.

Gerne spielt sie auch gegen ältere Gegner. Theresa bevorzugt die Ballmaschine, denn «da lernt man auch eine Menge». Auf die Bitte, ihre Pokale zu präsentieren, reagieren die Schwestern eher bescheiden. Ganz verlegen zeigt Louisa ihre nach Größe geordneten zehn Pokale im Regal. Auch Theresa gibt sich schüchtern, wenn es um ihre Trophären und Medaillen geht.

Sport macht mehr Spaß

Die Schwestern sind nicht nur beim Tischtennis sehr aktiv, sondern jede spielt Tennis beim TC Seeg und dazu auch noch ein Instrument. Theresa Akkordeon, Louisa Klavier. Sport geht bei beiden allerdings vor Musik. Der mache einfach mehr Spaß, vor allem wenn der kleine, weiße Tischtennisball im Spiel ist.

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