Kempten
Sicherheitswacht stärken? Es fehlen die Bewerber

Vor über zehn Jahren wurden sie häufig als «Hilfssheriffs» beschimpft - heute jedoch sind viele froh darüber, dass sie ein Auge auf die Straßen der Stadt haben: die Mitglieder der Sicherheitswacht. Seit zwölf Jahren unterstützen in Kempten Ehrenamtliche die Polizei und sind dabei vornehmlich nachts und an Wochenenden unterwegs. Ein Modell, das Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (wie berichtet) ausbauen will. Während er die Zahl der Sicherheitswachtler im Freistaat verdoppeln will, gibt es in der Stadt derzeit nicht einmal genügend Bewerber für die bereits vorhandenen Stellen.

Sieben Mitglieder zählt die Sicherheitswacht momentan, berichtet Polizeisprecher Markus Asbach. Eingesetzt werden könnten jedoch bis zu zehn Ehrenamtliche. Und warum gibt es nicht mehr Freiwillige? «Die Gründe sind vielschichtig», sagt Asbach. Zum einen sei es nicht jedermanns Sache, sich die Nächte ausgerechnet auf Kemptens Straßen um die Ohren zu schlagen. Und zum anderen hätten viele auch Bedenken, ob sie sich durch eine solche Aufgabe selbst in Gefahr bringen. Für wieder andere seien dagegen die «Einstellungshürden» zu hoch: «Natürlich werden alle Kandidaten polizeilich überprüft und dürfen noch nie irgendwie aufgefallen sein», so Asbach. Schließlich müsse man sich auf die Mitglieder der Sicherheitswacht besonders verlassen können. Im Gegenzug bekommen die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von rund sieben Euro in der Stunde.

40-stündige Ausbildung

Wer eine polizeilich weiße Weste hat und bei der Sicherheitswacht aufgenommen wird, absolviert zunächst eine 40-stündige Ausbildung. Dort geht es beispielsweise um die Frage, welche Befugnisse die Mitglieder der Sicherheitswacht überhaupt haben. Zunächst, erläutert Asbach, natürlich alle, die auch der Normalbürger hat: Sicherheitswachtler dürfen auf frischer Tat ertappte Straftäter festhalten sowie Nothilfe leisten und sich in Not zur Wehr setzen. Und sie dürfen Platzverweise erteilen und Personalien feststellen. Letzteres allerdings nur bei konkreten Vorfällen wie etwa Sachbeschädigung. «Mitglieder der Sicherheitswacht können nicht einfach Ausweise ohne Verdacht kontrollieren.»

Und welche Bewerber könnte die Kemptener Polizei für die Sicherheitswacht besonders gebrauchen? Asbach: «Jemand mit Migrationshintergrund wäre von Vorteil oder auch Leute, die Russisch sprechen.» Ob mit der Aufstockung der Sicherheitswacht auch für Kempten etwas ändert, darüber ist laut Asbach noch nichts bekannt.

Interessenten für die Sicherheitswacht können sich an Karl-Heinz Schader von der Kemptener Polizei wenden.

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