Sontheim
Sicher auf dem Weg zum Baggersee

Michael Meisburger kann es nicht verstehen: Warum wird an dem neuen Autobahnzubringer in Sontheim keine Unterführung für Radler und Fußgänger gebaut? Schließlich werde es dort, wo im Sommer viele Kinder in Richtung Baggersee unterwegs sind, «saumäßig gefährlich», so der MZ-Leser Der Sontheimer Gemeinderat hat sich für einen Kreisverkehr entschieden - obwohl das Staatliche Bauamt in Kempten eine Kreuzung mit Unterführung vorgeschlagen hatte. Wie berichtet, wird die Staatsstraße 2011 bei Sontheim nach Westen verlegt. Sie führt dann direkt zur Autobahnanschlussstelle in Erkheim und nicht mehr durch Sontheim (siehe Grafik und Infokasten). Im Zuge dessen entsteht bei den Baggerseen in Sontheim ein Kreisverkehr.

Gefahr für Kinder befürchtet

Meisburger geht davon aus, dass der Verkehr auf der schon jetzt «wahnsinnig genutzten Strecke» in den nächsten Jahren zunimmt. Das macht ihm den Bau eines Kreisverkehrs anstelle eines «sicheren» unterirdischen Durchgangs «völlig unverständlich». «Man baut so was ja nicht für die nächsten fünf Jahre, sondern für die Zukunft», sagt Meisburger. «Die Eltern sind doch unruhig, wenn sie wissen, mein Kind muss über die Straße.»

Laut Sontheims Bürgermeister German Fries hat sich der Gemeinderat gerade aus Sicherheitsgründen für den Kreisverkehr entschieden. «Das bringt die Geschwindigkeit runter», sagt der Rathauschef. «Sonst fährt man da mit 100 durch.»

Wie ist es denn nun? Was ist besser: ein Kreisverkehr oder eine Kreuzung mit Unterführung? Laut Straßenbauexperte Josef Merk sind beide Lösungen in Ordnung. «Bei einem Kreisverkehr kann man auf eine Unterführung verzichten, weil die Geschwindigkeiten niedriger sind.»

Für Autofahrer, die von Sontheim oder den Baggerseen kommen und auf die Staatsstraße wollen, sei ein Kreisverkehr die «elegantere Lösung». Sie tun sich leichter, weil sie durch den Kreisel mit dem Verkehr von der größeren Straße gleichberechtigt sind.

«Störfaktor» für die Staatsstraße

Dem Straßenbauamt ging es bei dem Vorschlag Kreuzung plus Unterführung in erster Linie gar nicht um die Sicherheit: «Ein Kreisverkehr reduziert die Attraktivität der neuen Straße», sagt Merk. Er sei ein «Störfaktor» für die Staatsstraße. Denn mit der künftigen Lösung müssen alle Fahrzeuge bremsen und vorsichtig in den Kreisverkehr fahren. Bei einer Kreuzung hätten die Autos auf dem Autobahnzubringer Vorfahrt gehabt.

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