Weltrotkreuztag
Seuchenbekämpfung ist beim Roten Kreuz seit jeher eine wichtige Mission

Seuchenbekämpfung (Symbolbild)
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Am 08. Mai findet der alljährliche Weltrotkreuz- und Rothalbmondtag, oft kurz als Weltrotkreuztag bezeichnet, statt. Dieser inoffizielle internationale Gedenk- und Feiertag erinnert an den Geburtstag von Henry Dunant (1828-1910). Der Schweizer Geschäftsmann, Menschenfreund und Empfänger des ersten Friedens-Nobelpreises gilt als Begründer der Rotkreuzbewegung. Eine wichtige Mission der Bewegung war seit jeher die Bekämpfung von Seuchen.

Seit seiner Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte das Rote Kreuz die Seuchenbekämpfung zu einer seiner wichtigen Missionen. Bei der Bewältigung von Epidemien wie Typhus, Tuberkulose, Lungenpest, Fleckfieber oder Ebola und Pandemien wie der Cholera oder der Spanischen Grippe, die Anfang des 20. Jahrhunderts um die 50 Millionen Menschen tötete, waren die Helfer häufig an vorderster Front im Einsatz.

Zu den Schreckgespenstern des 19.Jahrhunderts zählte die (bis heute nicht ausgerottete) Tuberkulose (TBC), damals Schwindsucht genannt. Wirksame Medikamente gegen diese schwere bakterielle Erkrankung gab es damals noch nicht. So forderte die TBC um 1900 pro Jahr allein in Deutschland rund 160.000 Todesopfer. Vor allem einfache Arbeiter, die in ärmlichen und schmutzigen Verhältnissen lebten und sich schlecht ernährten, stecken sich schnell an. Da prophylaktische Hygienemaßnahmen nur den wenigsten Menschen bekannt waren, sah das Rote Kreuz es als seine Aufgabe an, die Menschen aufzuklären und ihnen Hygieneregeln bei Ernährung, Kleidung und Wohnen zu vermitteln. Für die Erkrankten wurden spezielle Genesungs- und Erholungsheime, Lungensanatorien und Krankenhäuser sowie die sogenannten „Arbeitergärten vom Roten Kreuz“ eingerichtet. Durch Gartenarbeit, frische Luft, Sonne und Erholung sollten sie der Bevölkerung in Ballungszentren zur Krankheitsvorbeugung dienen.

In Berichten über die Spanische Grippe, die Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit wütete, ist zu lesen, wie das Rote Kreuz inmitten der Verheerungen beispielsweise in der Schweiz gewaltige Mengen an Wäsche und Krankenbetten an militärische und zivile Notkrankenhäuser lieferte und in den USA Millionen von Baumwoll-Schutzmasken an die Bevölkerung verteilte. Auch bei Epidemien in jüngerer Vergangenheit war das internationale Rote Kreuz stets mit vor Ort. So nahmen die Helfer beim Ausbruch der hochinfektiösen Lungenpest in Madagaskar 2018 eine Pest-Behandlungsstation in Betrieb. Bei den Ausbrüchen der ebenfalls hochansteckenden, lebensbedrohlichen Ebola in Afrika in den vergangenen Jahren meldeten sich ebenfalls zahlreiche freiwillige Helfer, um den Erkrankten Hilfe zu leisten und Wissen über Vorbeugung und das richtige Verhalten im Fall einer Infektion zu verbreiten. Alexander Schwägerl, Kreisgeschäftsführer des BRK Oberallgäu, betont: „Die Seuchenbekämpfung hat bei uns eine lange Tradition. Auch im Fall der aktuellen Corona-Pandemie tun wir nicht nur regional, sondern in all unseren Verbänden alles, was in unserer Macht steht, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen und gut durch diese schwierige Zeit zu begleiten.“

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